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JaNe

Schnubbelina!

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1

Donnerstag, 31. Mai 2007, 11:04

Leseprobe

Vorwort:

Liebe LeserInnen,

Ich offenbare euch hiermit einen Teil meiner Geschichte, die ich geschrieben habe. Wie vllt einige von euch wissen, habe ich meinen lieben Schatz, Gefährten, Freund in dem Spiel Silkroad kennengelernt. Mittlerweile sind wir seit fast einem Jahr ein glückliches Paar. Diese Tatsache hab ich mir als Anlass genommen, unsern Werdegang auf der Seidenstraße mal aufzuschreiben, das ein oder andere dazu zu dichten und alles ein wenig auszuschmücken. Die meisten Namen sind wirklich die von realen Spielern, andere hingegen wurden ein wenig abgeändert (Wahrscheinlich werde ich zum Schluss komplett neue Namen vergeben, weil manche nicht wirklich ins "Bild" passen).Aber mehr will ich noch gar nicht verraten, lest selbst.
Ich bitte um euer Feedback...


Liebe Grüße Janie








JaNe

Schnubbelina!

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Donnerstag, 31. Mai 2007, 11:27

Die Welt war voller Gefahren. Riesige weiße Tiger, Untote und goldgierige Zwerge störten immer mehr die Ruhe auf den Handelsstraßen. Dazu kam, dass Räuber und Banditen die Fähren belagerten und Wegegeld forderten. Ständig hörte man in den Städten von Raubmorden und Plünderungen liegengebliebener Karawanen. Das Böse war im Anmarsch...

Janie wurde unruhig. Wie lange konnte sie den Leuten, die sich ihr angeschlossen hatten, noch Schutz bieten? Konnte es passieren, dass sie davonliefen und sich anderen Gilden anschlossen? Sie verwarf den Gedanken. Janies Gilde hatte den Ruf, loyal und treu zu sein.
Und trotzdem, es musste etwas geschehen. Sie brauchten Verbündete, gute Verbündete, solche die den Werten der Fairness und der Gerechtigkeit folgten. Solche die das Lachen trotz des harten Handelslebens nicht verlernt hatten, und solche die kompromisslos eben jene Werte verteidigten...

~~~


Die Schlangenfrau zeigte sich sehr verbissen. Sie zischelte und wand sich und wollte sich einfach nicht ergeben. Immer wieder schlug sie mit ihren großen scharfen Krallen nach Janie und versuchte sie mit ihrem tödlichem Atem zu vergiften. Janie spannte ein letztes Mal den Bogen und schoß. Der feurige Pfeil traf die Yeohwa mitten ins Herz.“ Dasssss wirssst du mir büüüßßßen...ssssieh dich vor....“ zischte sie und starb.
„Ja ja..ich weiß, es ist immer das Gleiche, ich töte dich und du erscheinst wieder...wie immer...“ erwiderte Janie und zauberte erschöpft den hellen Kreis des Schutzes. Seufzend ließ sie sich nieder und versank in tiefe Grübelei.
Plötzlich warf irgendwer oder irgendetwas einen Schatten auf sie. Sie griff zum Bogen und sah blinzelnd auf, konnte jedoch nichts erkennen, da die Sonne sie blendete. Einzig und allein den Schatten konnte sie deuten, es war keine Schlangenfrau, sondern ein Mensch. Was nicht weniger beunruhigend war. Schließlich war sie hier allein, ohne ihre Gilde, und somit der Gefahr ausgesetzt, dass jemand, dem sie im Wege war, sie töten lassen wollte.
Aber die Gefahr ging nicht von dem Schatten aus. Ein furchtbarer Schmerz durchfuhr sie wie ein Blitz und als sie den Kopf wandte, sah sie sich einer riesigen Yeowa gegenüber.
Aha...hat sie also ihre Mama geschickt, dachte Janie und sprang auf. Auch der Schatten ging in Angriffsposition. Innerhalb von Sekunden nahm Janie wahr, dass er in rot gekleidet war, ein freundliches, sehr weises Gesicht hatte und sie konnte auch den Schriftzug erkennen, der ihn als Brainstorm auswies. In den Händen hielt er einen funkelnden Speer, den er promt und mit einer unglaublichen Kraft Richtung Yeowas Mutter schleuderte. Und traf. Die riesige Schlangenfrau heulte auf und begann in wütender Raserei Unmengen todbringender Gifte um sich zu speien. Geschickt wichen Janie und Brainstorm aus, doch lange konnten sie so den Schutzring nicht halten. Sie sahen sich kurz an und es wurde schlagartig klar, dass sie beide auf der gleichen Seite standen. Als würden sie sich ewig kennen, nickten sie sich zu und begannen gleichzeitig sich zu verwandeln. Ein eisiger Schrei aus zwei Kehlen schlug der Schlangenmutter ins Gesicht. Sie sah sich plötzlich zwei Gegnern gegenüber, deren Augen, deren Körper aus reinem Feuer zu bestehen schienen. Brodelnd schien die Haut, wie Lava. Das Haar der beiden bestand aus züngelnden Flammen, doch schienen sie ihren Besitzern nichts anhaben zu können.
Die Schlangenmutter holte zum Schlag aus, doch ihr Arm wurde von einem Pfeil getroffen. Sie wurde rasend vor Schmerz, riß sich den Pfeil heraus und schleuderte ihn zu Boden.“ Du“ wandte sie sich zischend an Janie „hassst meine Tochter getötet, ich werde dich vernichten“...Doch Janie zog ihren nächsten Pfeil auf und entgegnete mit einem Seitenblick auf Brainstorm:“Sie hatte mehrere meiner Leute auf dem Gewissen...“ und schoß blitzschnell den nächsten Pfeil ab, der die Schlangenmutter in den Hals traf. Sie brannte nun lichterloh. Währenddessen hatte sich Brainstorm hinter die Yeohwa geschlichen und rief dieser zu: „ Deine Ausgeburten griffen auch meine Leute an! Sieh her!“ Und damit war das Urteil der Schlangenmutter geschrieben. Der Speer traf sie mitten ins Herz, Blitze durchzuckten und überfluteten ihren ganzen Körper, der zudem noch in Flammen stand. Ein gellender Schrei durchdrang das ganze Tal, in dem sie sich befanden: „Neeeein! Niemand kann unsssss bessssiegen! Ess ssind unsssere Schäätzze...“. Dann starb sie. Sie zerfiel zu einem Häuflein Asche und zurück blieb eine kleine Truhe.
Hastig öffneten Janie und Brainstorm das Kästchen und fanden eine Handvoll Heiltränke vor und ein sonderbares Schwert. „Wem sie das wohl gestohlen hat?“ murmelte Janie und zog den Schutzring erneut auf. „Wahrscheinlich einem einzelnen Händler, der sich hier her verirrt hat.“ erwiderte Brainstorm schmunzelnd und ließ sich nieder. Auch Janie setzte sich und begann, ihre Wunden zu reinigen. Die Spuren, die die Schlangenmutter hinterlassen hatte, waren übel. In Janies Schulter steckte der Rest einer giftigen Kralle und bereitete ihr große Sorgen. Vorsichtig betastete sie ihn und versuchte dabei, nicht vor Schmerz aufzuschreien. „Das sieht böse aus, du solltest ihn entfernen.“ sagte Brainstorm, der sie beobachtete. Janie sah ihm geradewegs ins Gesicht und wollte etwas störrisches erwidern, doch sie konnte nicht. Die Augen, in die sie sah, waren voller Menschlichkeit, nichts Grobes ließ sich darin entdecken, keinerlei Hinterlist oder Tücke war zu sehen. „Ich weiß...ich...ich bin schon viel zu lange fort vom Lager. Muss zurück...Hab kein Gegengift mehr...“ sagte sie leise und versuchte aufzustehen. Es blieb bei dem Versuch, denn sie sank mit einem schmerzerfüllten Stöhnen zusammen. Brainstorm sprang auf, kniete sich neben sie und wühlte in seiner Tasche. „Komm schon, sag mir wo euer Lager ist, ich bring dich zu deinen Leuten.“ Sanft blickte er in ihr Gesicht. Dann begann er, die Wunde zu behandeln. Er zog ein Tuch aus seiner Tasche, beträufelte es mit einer goldgrünen Flüssigkeit und legte es auf den Krallensplitter. Janie schrie auf, doch er drückte ihren Kopf sanft aber bestimmt zurück und begann, den sich auflösenden Splitter Stück für Stück herauszuziehen. „Halt durch, es ist gleich vorbei.“ sagte er, doch das hörte Janie schon nicht mehr. Sie war bewusstlos geworden....

~~~


„Seht, Herr! Feinstes Material! Und diese Ornamente! Erstklassige Verarbeitung! Für einen Spottpreis!“ Egol, der Schmied sah sein Gegenüber erwartungsvoll an. Vor ihm stand ein hochgewachsener Mann mit schlohweißem Haar zu einem Zopf gebunden. Das weiche Haar glitt über eine weinrote Jacke und einen seltsam schimmernden Speer, an dessen Schaft sich ebenso rote verzierte Bänder befanden. In seinem Gesicht fand man als aller erstes einen weißen Bart, der lässig links und rechts der Lippen herunterhing. Wachsame türkis-blaue Augen wurden von geschwungenen Brauen umschlossen, die – wie sollte es auch anders sein – genauso weiß waren wie Haar und Bart.
„Ja, Egol, ich sehe es. Aber du hast meine Frage nicht beantwortet.“ Der Weißbärtige blickte Egol streng in die Augen. „Sag mir, hast du je von einer Frau Namens J-a-n-i-e gehört?“
Egol erwiderte den Blick kurze Zeit und senkte ihn dann auf seine Hände. „Nun...wenn ihr die J-a-n-i-e meint,“ und er sah wieder auf „die man vor ein paar Tagen hier in Donwhang am alten Tempel hinten fand, ja, dann hab ich von ihr gehört.“ Er grinste.
„Was weißt du von ihr?“
„Sie wurde von ihren Leuten geholt und ins Gildenlager gebracht, soweit ich weiß. Auf jeden Fall waren viele von den Fossilen hier in der Stadt.“
„Aber nicht lange.“fügte er noch hinzu.
Fossile – das war der Name, den der Weißbärtige auf dieser Jacke gesehen hatte. Er war eingestickt, verziert mit kleinen Edelsteinen.
Unter normalen Umständen hätte er eine solche Jacke einfach an sich genommen, allein wegen dem Wert der Edelsteine. Er tat sowas nicht gern, aber seine Leute wollten von irgendwas ernährt werden.
Unter normalen Umständen. Diesmal konnte er nicht. Er wollte nicht. Die meisten seiner Leute nahm das nicht gern zur Kenntnis. Und auch nicht die Tatsache, dass er nicht lange im Lager blieb, sondern drei Tage später aufbrach, um nach Donwhang zu reisen.
Nachdem er in Donwhang angekommen war, sein Kamel untergebracht und sein Zelt aufgeschlagen hatte, war er zu seinem alten Freund Egol am großen Marktplatz aufgebrochen. Er wusste, wenn jemand was über den Verbleib von Janie wusste, dann der alte Egol. Egol sprach ihn immer mit ‚Herr’ an, solange sich Fremde in der Nähe befanden, das war besser fürs Geschäft, doch sobald sie allein waren, machte sich die alte Freundschaft bemerkbar.
„Ich sehe, du bist allein hier, Brainstorm. Es ist gefährlich, allein zu reisen, erst recht mit Waren. Du weißt doch, was man sich erzählt.“
„Ja, ich weiß. Auf der Straße wimmelt es von Räubern und Banditen und abseits davon treiben seltsame Kreaturen ihr Unwesen.“ Brainstorm wurde ein wenig ungeduldig. Er traute dem alten Egol und wollte, dass dieser auch ihm traute.
„Ich hab sie hergebracht, Egol! Und ich muss wissen, wie es ihr geht.“
„Du?“ Egol machte ein überraschtes Gesicht und hakte nach: „Allein?“
„Ja, allein. Ich hatte keine Zeit mehr, die anderen zu holen.“ Brainstorms Gesicht nahm finstere Züge an. „ Sie wäre gestorben. Ins Ritterlager wars es mehr als das Doppelte des Weges. Ich musste sie irgendwo hinbringen.“ Und er dachte dabei an die Strapazen und die Angst die er ausgestanden hatte. Am schlimmsten war die Angst. Sie sterben zu sehen. In den Schluchten der Ravine wären sie beinahe den Feuermagiern in die Hände gefallen. Aber das war nur halb so schlimm, wie die Ängste die er ausgestanden hatte, jedesmal wenn Janie aufwachte und kurz darauf wieder in tiefen unruhigen Schlaf fiel. Sie redete wirr und hatte Fieber. Jedesmal wenn sie die Augen öffnete, waren ihre Pupillen geweitet, so dass es aussah, als hätte sie schwarze Augen. Und blankes Entsetzen war darin zu sehen. Erst als sie Brainstorms Blick fangen konnte, wich dieses Entsetzen und sie fiel wieder in den Schlaf. Soweit ihm möglich hatte er die Wunde versorgt, doch er kam nicht an alle Splitterteile der giftigen Kralle heran. So blieb ihm nichts anderes übrig, als regelmäßig zu rasten, um Janie zu versorgen. Mit Wasser und dem Rest der Heilkräuter, die ihm noch geblieben waren.
Er wusste, dass es in jeder Stadt der Umgebung Mitglieder aller möglichen Gilden und Gruppierungen gab. Jede Gilde hatte ein Haus oder ein Zelt oder Händler an allen bedeutenden Treffpunkten. Er hoffte, dass auch eine Gruppe namens Fossile dabei war.
Und es gab in Donwhang einen alten, scheinbar magischen Tempel. Legte man dort Verwundete ab, ging von ihm eine Art Signal aus. Dieses Signal war aber nur für Verbundenedes Verletzten sichtbar, hörbar, fühlbar. Verbundene waren all jene, die am alten Tempel einen gemeinsamen Eid geschworen hatten.
Die meisten beschrieben es als helles weißes gleißendes Licht zusammen mit einem kalten Gefühl. Zusätzlich hörten manche den Klang einer großen, alten, schweren Glocke. Sehr tief Verbundene, die sich lange Zeit und gut kannten erschien der Tempel samt des Verletzten. Sie wussten also sofort wie es um ihren Kameraden stand und konnten sich dementsprechend vorbereiten. Aber man sagte dem Tempel noch größere magische Kräfte nach.

Und an diesen alten Ort hatte Brainstorm, in der Hoffung sie würde gefunden, Janie gebracht. Er reiste in Begleitung einer großen Karawane zurück ins Lager der Tempelrittergilde und wurde dort mit Freuden empfangen. Alle hatten sich gesorgt, als er nach 3 Tagen noch nicht wieder zurück war. Manche spürten, dass er in Gefahr gewesen war, aber nie gab es eindeutige Zeichen.
In seiner ersten Nacht im Lager fiel er in einen tiefen erholsamen Schlaf und erwachte am nächsten Morgen angenehm ausgeruht. Doch schon bald fing es an.
Er sah den Tempel Donwhangs. Und er sah Janie. Zwar immer nur kurz, aber es war eindeutig zu erkennen. Er sah sie liegend im Tempel, sah wie sie gefunden wurde, wobei er ihre Leute nur schemenhaft erkennen konnte. Er sah, wie man sie fortbrachte und er sah auch ihren entsetzten Blick. Er sah, obwohl er kein Wort mit ihr gewechselt hatte am alten Tempel.
Diese Bilder ließen ihm keine Ruhe. Viele seiner Freunde bemerkten was in ihm vorging und wussten dass er irgendetwas vernahm. Sie forderten eine Aussprache und trafen sich am Abend am Lagerfeuer. Brainstorm vertraute sich ihnen an, erzählte vom Kampf mit der Schlangenmutter, vom Weg nach Donwhang und von dem, was er nun sah. Alle nahmen solche Zeichen ernst und so wurde beratschlagt, was als nächstes zu tun sei. Die meisten meinten, es sei noch zu früh, den Weg nach Donwhang aufzunehmen. Schließlich war er gerade erst zurückgekehrt und er sollte sich erholen. Wer Brainstorm besser kannte, wusste allerdings, dass das nicht die Antwort war, die er hören wollte. Und von diesen Kennern wurde er unterstützt. Es war klar, dass er nach Donwhang musste. Wenn der Tempel solche Zeichen schickte, musste was dran sein an der Sache.
Damit stand fest, dass er reisen würde. Als er sein Pferd sattelte, trat seine alte Freundin Colibri an ihn heran, den Sohn auf dem Arm. „Ich hörte, sie sei Mutter, Brainstorm. Gib auf sie Acht, wenn du sie findest. Ich wünsch es dir.“
„Wer sagt das, Coli ?“ erwiderte er lachend.
„ Der alte Tempel.“ Colibri wischte ihrem Sohn über den kleinen Mund und lächelte dabei. Dann sah sie zu ihm auf und mit einem plötzlich ernsten Gesicht sagte sie:
„Der Tempel spricht oft zu mir.“
Brainstorm wusste, dass sie die Wahrheit sprach. Und er wusste, dass Colis Geliebter und Vater des Kindes ihr keine Zeichen mehr senden konnte. Besser gesagt wollte. Er war nicht etwa tot. Er hatte vergessen. Er hatte Coli vergessen. Das letzte was der Tempel ihr zeigte war, wie er lachend in den Armen einer anderen Frau saß.
Brainstorm stupste dem kleinen Jungen auf das Näschen und küsste ihn auf die Stirn: „Pass gut auf deine Mami auf, sie wird dich brauchen. Nur du kannst sie zum Lachen bringen, Zwerg.“ Und damit schwang er sich auf sein Pferd. „Ich muss los. Vielen Dank, Coli.“

~~~


Egol machte sich an die Arbeit. Vor ihm lag ein gewaltiger Speer mit roten Bändern. „Was um alles in der Welt hast du damit angestellt?“ rief er aus, denn von den Bändern war nicht viel mehr übrig als Fetzen. Als er die Klinge betastete, wusste er es. „Eine Yeowamutter?“ Entsetzt blickte Egol auf. „Ihr seid einer begegnet?“ Das Blut des Monsters hatte deutliche Spuren auf der Klinge hinterlassen. Es frass sich praktisch durch das Metall hindurch.
„Wie lange wirst du brauchen, Egol?“ fragte Brainstorm, ohne die Frage des Schmieds zu beantworten. Statt dessen zog er das seltsame Schwert ein Stück weit unter der Jacke hervor. Der Schmied riss die Augen auf. „ Komm in vier Stunden wieder.“ Er starrte immer noch auf das Schwert. „ Und bring dieses Schmuckstück mit!“ Damit riss er sich von dem Anblick los und schloss hinter Brainstorm die Ladentür. Er hatte zu tun und durfte nicht gestört werden.

~~~


Das Wesen, welches vor ihr stand, riß die gewaltigen rotglühenden Augen auf und stieß einen gellenden Schrei aus. In seinen Pranken funkelte eine große blutige Axt, die auf der einen Seite eine messerscharfe Klinge hatte und auf der anderen eine mächtige Spitze aus hartem Metall. Doch nochmehr Aufmerksamkeit zogen die übergroßen Hörner über seinen Augen auf sich. Gehalten durch einen goldenen Helm stießen sie wie tödliche Kronenzacken in die Höhe. Unter dem ebenso goldenem Harnisch konnte sie eine rotglühende scheinbar blutende Masse erkennen, aus der furchtbare Schmerzenschreie kreischten.
„Gib sie mir! Gib sie mir sofort!“ Es war eine schreckliche Stimme. Unendlich tief und unbarmherzig kalt klang sie.
„Nein! Sie wird dir nie gehören! Nein!“ Janie presste ein kleines Bündel an sich und sah bebend vor Angst zu dem Monster auf. Die gewaltige Pranke mit der noch gewaltigeren Axt schwang in die Höhe und ein letzter heiserer Schrei flüchtete aus Janies Kehle.

...Sie fuhr schweißgebadet hoch. Es dauerte eine kleine Weile, ehe sie erkannte dass sie in Sicherheit war. Sie befand sich in einem frischbezogenem Bett, neben dem ein kleines hölzernes Tischchen stand. Ihr Blick wanderte zu dem Stuhl, der vor dem Bett aufgestellt war und auf dem jemand saß. Es war niemand anderes als Jaques, die Gildenälteste.
„Du wirst gesucht, Kindchen.“ sagte Jaques und reichte Janie ein Glas Wasser vom Nachttisch. „Und es sind weder Jäger noch Wachen, die dich suchen.“
Janie nahm mit einem dankbaren Blick das Glas und trank vorsichtig von dem wohltuenden Wasser. Sie wusste, dass es eine besondere Bedeutung hatte, wenn Jaques so wenig sprach. Sie wusste auch um die Bedeutung von Jaques Anwesenheit an ihrem Krankenbett. Nur selten kam Jaques aus ihrem Zelt am Rande des Lagers, aber wenn sie es tat, dann hatte sie Wichtiges mitzuteilen. Oftmals warnte sie vor lauernden Diebesbanden und konnte genau die Orte mitteilen, an denen sich diese aufhielten. So war es möglich, dass Fossile für einzelne Händler eine der sichersten Karawanen zur Verfügung stellen konnte, die weit und breit zu finden waren.
Doch diesmal hatte Jaques ein anderes Anliegen.
„Er ist allein unterwegs, ich denke, du könntest mit ihm fertig werden.“ Das sagte sie mit einem seltsamen, fast schelmisch wirkenden Funkeln in den Augen. Janie blickte sie fragend über den Glasrand an, aber Jaques schwieg wieder.
„Seit wann bin ich hier?“ fragte Janie. Und wie zum Teufel komme ich überhaupt hierher? dachte sie für sich.
“Klingentanz hat es als erstes bemerkt. Er war draußen auf Jagd und schickte seinen Wolf zu uns. Wir haben dich vor drei Tagen aus Donwhang geholt. Jemand hat dich zum alten Tempel gebracht.“ beantwortete die alte Jaques auch die ungestellte Frage. „Du kannst dich erinnern?“ fragte sie noch.
„Erinnern? An was? “erwiderte Janie. Wieder zeigte sich in Jagqes Gesicht ein leises Lächeln. „Daran, dass du den Angriff einer Yeowamutter überlebt hast, Kindchen. Das gelingt nicht jedem.“ Jaques stand auf und ging zum Tisch, der unterm Fenster stand. Sie kam zurück und hielt einen kleinen Gegenstand in der Hand, der aussah wie ein Stück abgeschlagener Stein.
„Das hier“ sagte sie und hielt Janie dieses Stückchen Etwas unter die Nase, „haben wir aus deiner Schulter geholt.“
„Was ist das?“
„ Kindchen! Das ist der Rest einer Kralle! Einer Ye....“ Die Tür wurde aufgestoßen. Klingentanz füllte den Raum mit seiner ganzen Größe. Er stürmte auf das Bett zu und hielt erst kurz davor inne. „Du bist wach! Endlich!“
„Ja sie ist wach, aber wenn du weiter so einen Lärm hier veranstaltest, überlegt sie es sich vielleicht nocheinmal und schläft lieber wieder ein!“ wies Jaques ihn zurecht.
Janie lachte:“ Ja, und ich hab gehört, dass du es warst, der den Tempel zuerst gehört hat. Lass ihn sich freuen, Jaques, ich freue mich genauso. Setz dich doch Klingentanz und erzähl mir, wie es war.“
Klingentanz zog sich ein Kissen unterm Bett hervor und setzte sich. „Es war genauso, wie du beschrieben hast. Jaques sagte, dass ich etwas sehen werde. Und dann ist es passiert.“
„Siehst du, du hast mir nie geglaubt, dass es möglich ist. Auch mir sagte sie, dass etwas passieren wird. Und zwar kurz bevor wir dich gefunden haben. Du warst damals übel zugerichtet, die Löwen hatten dir ganz schön zugesetzt.“
Klingentanz war noch nicht lange bei ihnen. Sie fanden ihn kurz vor den Toren der Stadt Jangan. Tagelang waren sie umhergeirrt, auf der Suche nach etwas, was sie nicht greifen konnten. Immer wieder zeigten sich Jaques und Janie Bilder eines verletzten Jungen. Ihr Gespür führte sie in eine verlassene Gegend, in der es von steinernen aber lebendigen und ziemlich bisswütigen Löwen nur so wimmelte. Dort fanden sie endlich den jungen Klingentanz, und wie sich herausstellte, war er ein recht willenstarker junger Mann, der keiner Gruppe angehörte. Allein der Wunsch nach Hilfe gestattete ihm, den Tempel zu benutzen. So ein Wunsch musste schon sehr groß sein, damit der Tempel reagierte. Und es funktionierte. Klingentanz wurde aufgespürt und befand sich seitdem in Obhut der Gilde Fossile.



~~~




Fortsetzung folgt.... (vielleicht)








3

Donnerstag, 31. Mai 2007, 12:37

:gott: :gott: :gott: :gott: :gott:

Bitte Mehr zu Lesen Jane :D :D



Bewertung : Suchtfaktor 10


mfg Jaq

4

Donnerstag, 31. Mai 2007, 13:04

supi jane! bist eben die beste :>

aber welcher mob war das mit der axt? :X

JaNe

Schnubbelina!

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5

Donnerstag, 31. Mai 2007, 13:36

Gugg dir mal auf sro.net des oberste Taklamakanmonster an, wid...Lord Yarkan...den habsch so n bissl beschrieben...

Danke für die Lobse! :blume:

Janie








Illyriah

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6

Donnerstag, 31. Mai 2007, 13:50

Jane, Du bist gemein!

Nach den ersten 3 Zeilen hab ich aufgehört zu lesen um mir nen Riesenpott Kaffee zu holen (denn so konnte ich sicherstellen nicht zwischendrin out of coffee zu laufen), dann hab ich neu angefangen und war so richtig schön versunken - und auf einmal Ende, hey das kann nicht wahr sein, ich will mehr!!!!

Das ist total gemein, auf einmal hört es auf und jetzt will ich doch wissen wie/wann/wo trifft Brainstorm die Heldin wieder?
Welche weiteren Abenteuer stehen bevor?
Wird Klingentanz weitere Eingebungen am Tempel haben?

Ich rufe zum Schmollstreik auf, bis Jane das "vielleicht" hinter "Fortsetzung folgt" wegmacht!

7

Donnerstag, 31. Mai 2007, 13:51

die is schon am schreiben illy :>

pm 2 win

DarthMaul

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8

Donnerstag, 31. Mai 2007, 19:47

kann mich jaqueline nur anschließn:
:gott: :gott: :gott: :gott: :gott: :gott: :gott: :gott: :gott:
weitaaaaaaaaaaaaaaa...................wir wolln MEHR!!!!!!
echt, das is voll genial geschriebn, da zieh ich meinen nicht vorhandenen hut*hut zieh*

btw. wusst gar ni, das du dein schatz sro zu verdankn hast, das ja ma kuhl :]
glückwunsch un viel glück noch euch zwei! :blume:


Under the winter skies
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We are victorious!


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9

Donnerstag, 31. Mai 2007, 20:22

Wow, das ist wirklich großartig!

War echt schön zu lesen und leider viel zu schnell schon zuende.
Tu uns allen den Gefallen und schreibe bitte eine Fortsetzung!

PS: Es fehlt noch ein Titel ;)
>> playing: DOTA 2

JaNe

Schnubbelina!

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10

Montag, 4. Juni 2007, 08:10

So ihr lieben Menschen, vielen Dank schonmal für eure guten motivierenden Worte. Ich hab tatsächlich weitergeschrieben, aber lesefertig isses noch nicht. Muss noch einiges ändern bzw. weiter ausführen.

Ja, Dragon^^ ein Titel fehlt...und mir fällt partout keiner ein! Ich denke, sobald ich einen habe - er muss ja auch zur kompletten Story passen - werd ich ihn hier "nachreichen".


@Illy: ---> Fortsetzung folgt... <---
Und ich denke, du wirst auch noch auftauchen in der Geschichte. Sofern du natürlich nix dagegen hast. Dein Name wäre z.B. so einer, den ich zu 99% nicht ändern würde. Weißte wer Jaques ist? Und Coli? Bestimmt.

Hab mir vorgenommen, reale Spieler mit einzubinden, wer sich erkennt und nicht genannt werden möchte, möge sich also bitte bei mir melden.


@DarthMaul: Vielen Dank für deine lieben Wünsche! Vieles von dieser "Lovestory" wirste noch zu lesen bekommen, z.B. als wir...ach nee, ich verrats net^^



Grüßchen Janie








JaNe

Schnubbelina!

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11

Montag, 4. Juni 2007, 11:17

Fortsetzung... (sollte euch was verwirrend erscheinen, teilt es mir bitte mit.
Ich zweifle manchmal, dass ich den Zusammenhang behalte. Wie ihr mitbekommen habt, findet oft ein Szenenwechsel statt. Ich hoffe, der macht das Lesen nicht allzu kompliziert:




Klingentanz erhob sich. Er betrachtete den Splitter, den Jaques immer noch in der Hand hielt.
„Hast du ihr gesagt, was das ist?“ wandte er sich an Jaques.
„Nein, denn du kamst ja hereingestürmt wie ein wildgewordener Chakji, dem die Tiger auf den Fersen sind. Ich hatte noch keine Gelegenheit.“ erwiderte Jaques, nicht wirklich böse und sanft lächelnd.
Sie reichte Janie das kleine Stückchen und ließ sie einen kurzen Moment damit allein. Mit einem wachen Blick bedeutete sie Klingentanz, Janie genau zu beobachten und verließ den Raum.
„Was ist das, Klinge?“ fragte Janie und betrachtete dabei das Stück in ihrer Hand.
Es glänzte grünlich und wurde nach oben hin immer silberner. Am unteren Ende befanden sich scharfe gebrochene Kanten und die Spitze wirkte schon beim Anblick ziemlich schmerzhaft. Als Janie genauer hinsah, bemerkte sie eine Art Kanal, an dessem Austritt sich die getrockneten Reste von Blut und einer anderen bläulichen Flüssigkeit befanden. Genau die gleiche Farbe hatte sie doch schonmal gesehen, ihr fiel nur nicht ein wo! Sie sah entsetzt auf.
„Es war...“ sagte Klingentanz nachdem er ihren Blick fixiert hatte. „Es war eine Yeowamutter.“
Janie sank in sich zusammen. „Aber...wie...“ sie sprach nicht weiter.
Jeder wusste, dass noch nie jemand den Angriff eines solchen Geschöpfes wirklich überlebt hatte. Die einzigen, die lebend zurückkamen, sprachen nur noch wirr, mussten Tag und Nacht betreut werden und wirkten irgendwie...untot. Helles Sonnenlicht konnte für die Opfer den Tod bedeuten, und somit sah man sie nur selten draußen auf den Handelswegen. Manche von ihnen wurden so wahnsinnig, dass sie ihre Heimatlager verließen und sich nach Homeland aufmachten. Dort schlossen sie sich anderen Untoten an und hausten in den dunklen Ruinen der alten Festung. Sie vergassen ihre Herkunft, ihren Namen und wurden zu furchterregenden Wesen, die seltsam verkrüppelt waren. Man nannte sie Hyungnos Soldaten. Hyungno war ein Dämon, der die Seelen von Verletzten entführte. Er gaukelte ihnen eine bezaubernde Welt hervor und letztendlich folgten ihm viele. Gerade vergiftete Personen suchte er sich als Opfer aus, da diese Seelen am leichtesten zu beeinflussen waren. Auch Seelen von bereits Toten waren ihm willkommen, je übler sie zugerichtet waren, um so erfreulicher war diese Tatsache für ihn. Er war ein grausamer Dämon, dessen Macht ständig wuchs.

Mit einem mal überkam Janie eine riesige Welle Furcht und blankes Entsetzen. Sie ließ das Stück Kralle fallen, sprang aus dem Bett und rannte zur Tür. Doch sie kam nicht weit, denn Klingentanz hielt sie fest.
„Was ist los? Wo willst du hin? Janie!“
Er schüttelte sie und es begann ein kurzer Machtkampf, dem Janie aber weit unterlegen war. Sie hatte keine Chance, sich aus Klinges riesigen Händen zu befreien.
„Ich muss zu ihr! Ich muss wissen wie es ihr geht, ich hab tagelang nichts mehr gespürt! Klinge, bitte!“
„Du willst in diesem Zustand zu Vijaya? Sei doch vernünftig, es geht ihr gut, ich bin mir sicher.“
Er sah Janie an und fügte hinzu: “Ragg hat nach ihr geschaut, so beruhige dich doch, sie ist nach wie vor in Sicherheit. Janie, hör doch zu!“
Er strich ihr das Haar aus der Stirn und sagte leise: “Sie lebt und sie lacht.“


~~~



Brainstorm sah sich um. Die Stadt war voller Händler und Tagelöhner. Ständig wurde er von jämmerlichen Gestalten, total zerlumpt und mit hungrigen Augen, am Ärmel gezogen.
„Herr, ihr seht wohlhabend aus, Herr, gebt mir doch ein wenig...Gold...Herr.“
Er wusste nicht wirklich, wie er sich diesen Menschen gegenüber verhalten sollte. Ihm ging es gut, die Tempelritter waren relativ wohlhabend, aber irgendwie gab es doch noch arme Menschen, die von der Hand in den Mund lebten. Keiner nahm sich ihnen an, sie wurden verstoßen und verjagt. Deshalb drückte er den ein oder anderen Bettlern ein paar Goldstücke in die Hand und beobachte, wie diese freudestrahlend und hüpfend zu ihren Angehörigen eilten.
Doch das war nicht das, was er in Donwhang wollte und so lenkte er seinen Blick Richtung Norden. Dort war der Tempel. Dieser Ort wirkte auf ihn ganz besonders stark, aber wenn man ihn nach dem Wie fragte, konnte er das Gefühl nicht in Worte fassen. Dort war auch er einmal aufgewacht, allerdings unverletzt. Und er war nicht allein. Coli, der Kriegsfalke, Amrey, Cherun und alle anderen Mitglieder der Gilde waren bei ihm. Und alle wachten ebenso erstaunt neben ihm auf. Was war geschehen? Sie wussten noch, dass sie sich alle an diesem Ort versammelt hatten, um die Gründungszeremonie durchzuführen...


~~~



„Seid ihr bereit?“ Brainstorm blickte fragend in die Runde. Da standen sie, alle vereint.
Kriegsfalke, der am liebsten in den hohen Bergen jagte, polierte ein letztes Mal mit einem weichen Tuch seine Rüstung. In mühevoller Kleinarbeit hatte er sie sich selber geschmiedet und jeder fragte sich, wie er sich mit einer solchen – doch sehr lautstark scheppernden – Rüstung an einen Gegner heranschleichen konnte. Noch dazu in den Bergen, wo es von gefährlichen Klippen nur so wimmelte. Die meisten kamen zu dem Entschluss, dass er seine Widersacher wohl eher verjagte. Sie flohen, wenn sie ihn hörten. Doch da er sein Geld damit verdiente, Häute und Felle zu verkaufen, bestand doch die ein oder andere Erfolgsaussicht, welche wohl auch auf seinen mächtigen, violett schimmernden Säbel zurückzuführen war. Er war ein guter Mensch, doch manches mal sehr in sich gekehrt. Es hieß, er hätte vor langer Zeit seine große Liebe bei einer gemeinsamen Jagd für immer verloren.
„Jawohl Cheffe!“ antwortete er und blickte freude – und rüstungsstrahlend zu Brainstorm.
„Nenn mich bitte nicht so, Falke, ich bin kein Chef, ich bin nur Gründer.“
„Und damit unser Anführer, mach was du willst, aber ändern kannst du daran nichts.“ schaltete sich Amrey lachend ein.
Auch sie strahlte, war sie doch vor zwei Monaten erst zu ihnen gestoßen. Brainstorm und Colibri hatten sie gefunden. Amreys Karawane war mitten im Homeland liegengeblieben und sie fanden sie schwerverletzt - aber auch schwer fluchend - an den Mauern der Ruine. Nie im Leben würden Brainstorm und Colibri die Flüche vergessen, die Amrey auf die Händler niedersprach, die ihr Winnie verkauft hatten.
Winnie war wohl das langsamste und gemütlichste Kamel, welches in Jangan zu finden war. Dazu noch das älteste. Und das Kamel, das am häufigsten in der Stadt anzutreffen war, denn immer wieder wurde es, begleitet von nicht gerade freundlichen Segenswünschen, zu dem verzweifelten Kamelhändler zurückgebracht. Wie durch ein Wunder überlebte es Angriffe von Hyungnosoldaten und anderen Kreaturen und wurde nie von Dieben getötet. Auch nicht von besonders dreisten Dieben. Alle hatten wohl Mitleid mit dem alten Tier, das einen Blick aufsetzen konnte, der Steine zerfließen ließ.
Amrey und ihr Winnie wurden ins Lager gebracht und dort blieben sie fortan. Niemand brachte es übers Herz, Winnie den Gnadenstoß zu geben und so weidete es gemütlich seit zwei Monaten in der Nähe des Lagers. Es lief nicht weg, ganz im Gegenteil. Das Kamel witterte Gefahr auf drei Meilen und erwies sich damit als äußerst nützlich. Waren Räuber in der Nähe oder Soldaten Hyungnos, ritt es wie von einer Maong gestochen ins Lager hinein, drehte sich dreimal im Kreis und ließ einen herzzerreißenden Ruf erschallen. Anfangs war es für Brainstorm und seine Leute schwer, dieses Verhalten zu deuten, aber schon bald erkannten sie, dass Winnie gar nicht so dumm war, wie es vielleicht den Anschein hatte.

Auch Colibri war anwesend. Manche Leute nannten sie die Vogelfrau, da sie mit allem möglichen gefiederten Wesen sprechen und Kontakt aufnehmen konnte. Manchmal, so erzählte sie ab und zu von ihrer Gabe, könne sie auch Botschaften der Dämonin Isyutaru empfangen, die zwar nicht an sie gerichtet seien, aber von Befiederten übermittelt würden. So erfuhr sie auch von Kriegsfalkes Begegnung mit Isyutaru, der von der Dämonin in den Hügeln vor Takla Makan überrascht wurde. In der Nacht, als Falke von Colibri zur Vogelfähre und damit in Sicherheit gebracht wurde, ertönte aus Takla Makan ein zorniger schriller Schrei Isyutarus, die sich ihrer Beute beraubt sah.

Aber Colibri war nicht allein da. Sie hatte ihren Sohn mitgebracht, auch er sollte an der Zeremonie teilnehmen und so auf immer mit der Gruppe verbunden sein. Der kleine Josh spielte verträumt im hohen Gras, wo ihn seine Mutter abgesetzt hatte, ganz in der Nähe von Winnie, der scheinbar immer wieder ein wachsames Auge auf den Jungen warf.

Cherun kam den Tempelhügel hinaufgehastet.
„Habt ihr schon angefangen?“ fragte er keuchend und blickte in die Runde.
„Ich...ich hatte noch einen Auftrag, tut mir leid, dass ich zu spät bin.“ sagte er und ließ sich im Gras neben Josh nieder.
Josh krabbelte sofort auf ihn zu, denn er wusste, dass Cherun immer eine Überraschung für ihn bereit hielt, wenn er von einem Auftrag wieder kam. So war es auch diesmal. Cherun zog einen kleinen Beutel aus seiner Gürteltasche und öffnete ihn. Heraus fielen fünf handgeschnitzte kleine Pferde, von denen sich Josh gleich erstmal eines in den Mund steckte. Cherun lächelte, doch wirkte er leicht abwesend.
„Keine Sorge, Cherun.“ erwiderte Brainstorm und blickte besorgt auf ihn hinab. „Ist alles in Ordnung?“
„Ja...also nein...also doch, es ist alles gut, wir hatten nur ein paar Schwierigkeiten unterwegs.“
Cherun war der einzige Überlebende eines ziemlich brutalen Banditenangriffs, dem der gesamte Rest seiner Familie zum Opfer fiel. Die Sache war über zehn Jahre her, er war fast noch ein Kind, doch schon damals hatte er sich geschworen, die Rechnung mit den Schuldigen zu begleichen. Er trainierte hart mit Pfeil und Bogen und wurde ein Meister des Anschleichens und des Hinterhalts. Als er alt genug war, ließ er sich oft von Händlern anheuern, um sie sicher nach Jangan oder auch Hotan zu bringen. Einer dieser Händler war Brainstorm gewesen, der ihn vor einiger Zeit als Begleitschutz anheuerte.
Der junge Mann war ihm auf der Stelle sympathisch. Und er erlebte mit, wie Cherun Rache nahm.
In einer klaren Sommernacht, auf dem Weg nach Jangan, hörte Brainstorm aus der Ferne leise Schreie. Nur für einen Moment. Er sah sich um, konnte Cherun aber nirgends entdecken. Am nächsten Morgen kamen sie mit der Karawane an einem verwüsteten Banditenlager vorbei. Nach genauerem Hinsehen konnte Brainstorm einen Pfeil entdecken, der in einem der unverbrannten Feuerhölzer steckte. An dessen Schaft hing eine kleine hölzerne Figur, die das Aussehen eines Menschen mit Flügeln hatte. Die Augen waren rot bemalt und der Rest des Körpers mit Asche schwarz gefärbt. Die Figur stellte einen Racheengel dar.
Obwohl sie sich fremd waren, bestand zwischen Brainstorm und Cherun von Anfang an eine Verbindung. Zwar war Cherun stark und geschickt genug, für sich selber zu sorgen, dennoch ließ sich in seinen Augen der Wunsch nach Zugehörigkeit erkennen, denn er war allein, seit dem seine Familie umgekommen war.
Brainstorm stellte ihn vor die Alternative, sich ihm anzuschließen und ins Lager zu reisen. Und Cherun nahm das Angebot an und offenbarte, nachdem er entgültiges Vertrauen gefasst hatte, seine Geschichte der ganzen Gruppe. Alle wussten, dass seine Jagd erst ein Ende finden würde, wenn er den Anführer der Banditen erwischte, aber sie verstanden ihn und boten ihm, so gut es ging, ein Zuhause.
Und nun saß er im Gras neben Josh. Er hatte den kleinen Jungen auf seinen Schoß gesetzt und spielte mit ihm, als wäre er selber noch ein Kind.
„Hüüüh, lauf starkes Pferdchen, du bist schneller als der Wind!“
„Ühüh!!! Leller ’ind!“ brabbelte Josh lachend nach und ließ die kleinen Holzpferde durch die Luft reiten.

Nun war es soweit. Alle waren anwesend, alle waren herausgeputzt, als stände eine Hochzeit bevor. Und spürbar lag eine Stimmung in der Luft, die aussagte, dass jeder von ihnen bereit und stark genug war, die Macht des Tempels auf sich wirken zu lassen.
Die Zeremonie konnte also beginnen. Cherun stand auf und übergab Josh seiner Mutter. Geschlossen traten sie alle vor die alte, scheinbar morsche Tür des Tempels. Die Tür bestand aus einem dunklen Holz, welches sich warm anfühlte. In Augenhöhe konnte man erkennen, dass die dort abgebildeten 28 kleinen Eidechsen einen Kreis bildeten. In der Mitte des Kreises war ein kinderfaustgroßer, runder Peridot eingelassen, der in der Sonne klitzerte. Wie von Geisterhand zogen sich von diesem Edelstein dünne weiße verschwommene Linien, die scheinbar schwebten, zu jeder einzelnen Echse, so dass es aussah, als verschmelzten die Strahlen einer grünlichen Sonne mit den Reptilien.
Ein schlichtes Symbol, aber es war das Zeichen des Tempels. Hier war der Eingang und nur Gruppen, die sich zusammengehörig fühlten, konnten hindurchschreiten.

Brainstorm und alle anderen legten eine Hand auf jeweils eine Eidechse. Und nun begannen die dünnen Linien sich aufzulösen, um auf unerklärliche Weise die aufgelegten Hände zu durchdringen. Ein warmes Gefühl stieg in den Menschen hervor, die um Eintritt in den Tempel baten. Coli begann zu lächeln, Kriegsfalke riss die Augen vor lauter Erstaunen auf und Cherun fixierte den Peridot mit seinem Blick. Das Licht des Peridots drang bei allen bis hin zur Mitte des Körpers, dort wo das Herz seinen Platz hat. Nur bei Brainstorm breitete es sich weiter aus und floss durch seinen gesamten Körper. Er stand nun, von weißgrünlichem Licht durchdrungen, und bat den Tempel:
„Lass uns ein, wir kommen in Frieden und möchten uns verbinden.“
Ein Geräusch erklang. Im Nachhinein konnte niemand mehr genau sagen, wonach es klang. Manch einer deutete es als leises Lachen, welches sehr freundlich klang, wiederum andere als überlautes Ausatmen eines schlafenden Menschen. Brainstorm hingegen vernahm deutlicheres. Eine Stimme, weich und liebevoll, tief und auch ernst. Sie sagte nur ein Wort:
„Wahrheit.“
Er fühlte diese Stimme, drang sie doch bis tief in sein Innerstes. Sie schien ihm bekannt, doch er konnte den Gedanken daran nicht weiter verfolgen. Die Tür öffnete sich lautlos und sie traten vorsichtig ein.

Vor ihnen breitete sich eine mittelgroße Halle aus hellem Gestein aus. Decke und Wände waren an einigen Stellen von Moos überzogen. Auf dem Boden war war das gleiche Zeichen wie das der Tempeltür eingelassen, nur viel größer. In seiner Mitte befand sich, aufgesetzt auf einen roten, ungefähr zwei Ellen hohen Stein, ein weiterer Peridot. Nur hatte er die Größe eines Kinderkopfes. Auch er sendete seltsame weiße und verschwommene Strahlen aus. Brainstorm folgte ihnen mit dem Blick und bemerkte, dass sich einige davon in Richtung der Wände bewegten. Er sah auf und entdeckte auf der linken Wand die Abbildung eines großen Reptilienauges, welches seltsamerweise keine Furcht einflößte. Die Iris erschien dunkelgrün und kleinere gelbe Lichtpunkte funkelten darin. Das Innere des Auges hatte die typisch längliche Form einer Echsenpupille und erschien unnatürlich schwarz. Brainstorm sah rasch nach rechts und erkannte auf der gegenüberliegenden Wand ebenso ein Auge. Nur die Iris war anders. Sie war von bläulicher Farbe und in ihr funkelten türkise Punkte. Die Pupille dieses Auges war von gleichem Schwarz.
„Es sind fünfzehn links und dreizehn rechts“ raunte Colibri leise.
„Was?“
„Strahlen, Brain, sieh genau hin!“
„Es stimmt, achtundzwanzig sind es insgesamt.“ ließ Cherun aus dem Hintergrund vernehmen.
Und es stimmte tatsächlich. Von dem großen Peridot in der Mitte gingen dreizehn Strahlen aus, die allesamt in den Mittelpunkt des linken, grünen Auges führten. In das bläuliche Auge bewegten sich fünfzehn Strahlen. Es sah aus wie eine Verbindung zwischen dem Edelstein und den Abbildern auf den Wänden. Es war eine Verbindung. Die Linien wurden immer deutlicher, je länger Brainstorm hinsah. Irgendeine Kraft ließ sie sich verstärken.





Fortsetzung folgt...demnächst eventuell als word.doc








12

Montag, 4. Juni 2007, 12:46

Hi!

Habe mir den ersten Teil durchgelesen und muss sagen: Mh. Ich finde es nicht sonderlich beeindruckend:

Viel zu einfacher, teilweise falscher Satzbau, an vielen Stellen sind Formulierungen schlecht gewählt und tragen nicht zur Verdeutlichung der Bilder sondern zur Verkomplizierung der Zusammenhänge bei, keine wirkliche Struktur erkennbar. Außerdem muss ich sagen, dass ich es nicht wirklich spannend finde, das ist aber ein anderer Kuchen.

Meinen Schülern würde ich für solche Aufsätze eine schwache drei geben!

Gruß, Summertime
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JaNe

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13

Montag, 4. Juni 2007, 12:52

Ok, vielen Dank, Summertime. Hab da auch gleich mal ne Bitte an dich. Nenn mir mal nen Beispiel. Einen Satz oder auch zwei, vllt auch nen ganzen Absatz. Und halte dann bitte mal deine Formulierung dagegen, also wie du es schreiben würdest. Also: Was würdest du anders formulieren.

Es soll kein Aufsatz sein. Und sich nicht nach irgendwelchen schulischen Vorgaben richten. Wobei ich in meinen Aufsätzen immer Einsen hatte^^.

Ich möcht meinen eigenen Stil da reinbringen. Bin ich echt noch nicht soweit, mir einen eigenen Stil anzumaßen?

Liebe Grüße Janie








14

Montag, 4. Juni 2007, 13:21

Zitat

Original von JaNe
Die Welt war voller Gefahren. Riesige weiße Tiger, Untote und goldgierige Zwerge störten immer mehr die Ruhe auf den Handelsstraßen. Dazu kam, dass Räuber und Banditen die Fähren belagerten und Wegegeld forderten. Ständig hörte man in den Städten von Raubmorden und Plünderungen liegengebliebener Karawanen. Das Böse war im Anmarsch...

Also, um einen Anfang zu machen: Das ist kein Guter Anfang. Man wird sofort in etwas hineingeworfen, von dem man nichts weiß. Ich für meinen Teil würde, sollte es sich um eine persönliche Geschichte handeln, so beginnen.
Ich lebte zu einer Zeit, in der grausame Bestien, die abscheulichsten Kreaturen die das Menschliche Auge je zu Gesicht bekommen sollte, die breiten Handelsstraßen von der südöstlichen Grenze des chinesischen Königreiches bis hin zu den Rand der europäischen Kultur unsicher machten...
Dazu sollte man keinen Satz mit "dazu" beginnen, hier muss ich leider den kategorischen Imparativ anwenden: So schreibt man nicht. Spannender wird eine Geschichte zudem, wenn du sie im Präsenz schreibst.


Zitat


Und trotzdem, es musste etwas geschehen.

Ha, jawoll, da muss was geschehen: Entweder "Und trotzdem musste etwas geschehen" oder "Etwas musste geschehen, das stand fest"
Würde ich aber generell rauslassen!

Zitat


Die Schlangenfrau zeigte sich sehr verbissen. Sie zischelte und wand sich und wollte sich einfach nicht ergeben.

Eher: Die Schlangenfrau erwies sich als verbissener Kämpfer, sie wich meinen Hieben hämisch zischelnd aus und es schien mir unmöglich, sie zu besiegen.

Außerdem schreibt man "wandt" mit dt am Schluss ;)


Zitat

“ Dasssss wirssst du mir büüüßßßen...ssssieh dich vor....“ zischte sie und starb.
„Ja ja..ich weiß, es ist immer das Gleiche, ich töte dich und du erscheinst wieder...wie immer...“ erwiderte Janie und zauberte erschöpft den hellen Kreis des Schutzes.

Ganz grober Fehler: Man schreibt keine Laute, nur in Gedichten ist diese Form der Darstellung "erlaubt" und wird nicht verschmäht. Mein Vorschlag:
Bevor ihr Körper in sich zusammensackte hob das Biest ein letztes Mal den blutenden Kopf und schwor mir wütend, jedoch erschöpft, Rache.
Nächster Punkt: "Ja ja": Umgangssprache, wirkt nicht im Buch und senkt das Niveau!

Zitat

Plötzlich warf irgendwer oder irgendetwas einen Schatten auf sie. Sie griff zum Bogen und sah blinzelnd auf, konnte jedoch nichts erkennen, da die Sonne sie blendete.


Hö? Dachte, das ist ein Schatten? Unlogisch!

Das war es fürs erste :) Hoffe es hilft!
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JaNe

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15

Montag, 4. Juni 2007, 14:32

Soso^^...ich sehe, du kritisierst einzig und allein meinen Stil, von dem ich mittlerweile behaupte ihn zu haben. Ich hab auch einen hervorragenden Meister. Ich denke nicht, dass du jemals Terry Pratchett gelesen hast, da sind "Laute" sehr wohl erlaubt. Und auch ein komplizierter Satzbau. Und überhaupt, wer bestimmt, was erlaubt ist und was nicht?
Den Start der Story hast du so geschrieben, wie er in jedem Märchenbuch zu finden ist, ich sags mal grob: einer von vielen. Du schreibst in der Ich-Form, genau das will ich vermeiden. Und: Wo besteht ein Zwang, den Leser vorher zu informieren, wo er sich befindet?
Genau das möchte ich vermeiden, warum soll ich mich an südöstlichen Grenzen festkrallen, wenn ich das doch gar nicht will?

Ich weiß, dass meine Formulierung nicht die beste ist, aber das was ihr lest, ist keine Reinschrift. Es ist ein Anfang von ner Story, die mir im Kopf rumschwebt. Wie du sicher mitbekommen hast, hab ich noch nicht mal nen Titel, nen Namen für das ganze.
Ich schreib in der Vergangenheit, das macht es nicht weniger spannend. Den Zusammenhang zwischen Zeitform und Spannungsgrad kann ich net nachvollziehen.

Die Sache mit der Schlangenfrau. Du schreibst es so, ich schreib es so. Es ist ne Frage des Stiles, aber net des Satzbaus. Ich denke, meiner ist genauso richtig wie deiner.

So, was denkst du? Warum sollte Umgangssprache im Buch nicht wirken, wenn sie doch genau das ist, was Leute lesen wollen. Was Charaktere menschlich macht? Wieder eine Frage des eigenen Stils.

Die Schattensache. Was verstehst du daran nicht? Irgendwas oder irgendwer warf einen Schatten auf sie. Das passiert wenn die Sonne hinter dem Etwas steht...

"Und trotzdem, es musste etwas geschehen." = "Und trotzdem PAUSE es musste etwas geschehen." So les ichs, so hab ichs geschrieben und so mein ichs. Du hast einfach nur den Satz verdreht, ein Komma weggelassen und nennst das Kritik. Der satz, so wie du ihn schriebst, hat nicht die Aussage, die ich hervorrufen möchte. Deswegen behalte ich meinen bei^^


Alles in allem danke ich dir für deine Kritik. Allerdings bezieht sie sich nur auf meinen Schreibstil. Du möchtest mir Grenzen aufweisen, wo es keinerlei Grenzen zu ziehen gibt. Vom wirklich "technischen" in Bezug auf Ausdruck, Grammatik mag ich mir nichts annehmen. Da ich nichts konstruktives entdecken kann. Ich bin mir noch nichtmal sicher, ob du mit "wand(te)" recht hast. Denn "sie wand" sich, kommt von winden. Aber sie "wandte" sich nicht an irgend jemanden.

Die Struktursache kann/will ich noch nicht ändern, da, wie schon erwähnt, noch nichts davon fertig ist. Eine genaue Struktur, in Form von eventuellen Kapiteln etc. kann später noch kommen. Was du da liest, sind Leseproben meiner Ideen und Gedanken.


Meine Frage:

Bist du Lehrer? Für Deutsch? Wie alt bist du (ist deinem Profil nicht zu entnehmen)?





Janie








16

Montag, 4. Juni 2007, 15:38

Hallo :)

Ja, ich kritisiere einzig und alleine den Schreibstil, gegen die Geschichte an sich ist ja nichts einzuwenden. Ich finde auch, dass viele Einfälle von dir gut sind und stimmig in die Geschichte passen.

Terry Pratchett - nein, da hast du Recht.

Es besteht kein Zwang, den Leser zu informieren, aber wenn man will, dass Leute gespannt auf den Rest sind sollte man doch zumindest das "Setting" vorher festlegen.

Wer bestimmt, was erlaubt ist? Die Leser! Bücher mit handelsüblicher Umgangssprache haben nicht die gleiche Liga, wie Bücher die in Schriftsprache verfasst sind, denn es ist ungleich schwerer etwas mit der nicht alltäglichen Sprache auszudrücken als Phrasen und Sätze 1:1 zu übernehmen! Auch deshalb bestreite ich, dass "Leute das lesen wollen", die vielzahl der neu veröffentlichten Bücher sind immernoch in Schriftsprache verfasst!

Deine Sätze mögen syntaktisch in Ordnung sein, trotzdem ist es "feiner" wenn du wie oben gesagt nicht in der UGS schreibst.

So, wenn man aber im Schatten steht, warum wird man dann geblendet? Das meinte ich, dass Schatten etwas ist, das ensteht wenn die Sonne hinter einem Gegenstand verdeckt wird, weiß ich schon...

Das mit dem "trotzdem" ist wieder 1:1 die übernahme der menschlichen Sprache: Man kann sich vorstellen, wie jemand diesen Satz sagt. Aber dennoch, "gut" geschrieben ist es nicht.

Bei wenden bin ich mir ziemlich sicher, dass die Vergangenheitsform mit dt geschrieben wird, aber da ich nicht im Duden nachgeschlagen habe kann es gut sein, dass ich mich irre.



Du wolltest Kritik, scheinst mir aber nicht willig, diese Anzunehmen.
Hier noch einmal ein kleines Beispiel, um dir den Unterschied zwischen UGS und Schriftsprache zu verdeutlichen:

Autos, eine Ente und ein Jaguar - zwei, wenn man nach Geschmack geht, bestimmt gleich beliebt, vielleicht liegt da sogar die Ente vorne, wegen ihrem Charm oder sonst etwas. TROTZDEM kann man diese beiden Autos nicht im geringsten miteinander vergleichen, da im Jaguar viel mehr Arbeit steckt, höherwertige Teile verarbeitet sind. Lässt man also den emotionalen Aspekt, also ob "mögen" oder "nicht mögen" mal heraus, steht der Jaguar vor der Ente, in Qualität und somit im Wert.
Da Literatur auch heutzutage immernoch ein Handwerk ist, selbst wenn anders als die Autobauerei, kann man zwischen UGS und Schriftsprache das gleiche Urteil fällen: Schreibt man im konventionellen Stil, ist es höherwertig, da damit sehr viel mehr Sprachgewandheit, das Spiel mit Wörtern, viel mehr Arbeit verbunden ist. Ich denke, das sollte es dir leichter machen, das zu verstehen ;)

Gruß
Summertime
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DarthMaul

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17

Montag, 4. Juni 2007, 22:18

*kritik ignorier*^^

:gott: :gott: :gott: :gott: :gott: :gott: :gott:
geiloooooooooo.....................meeeeeeeeeeeeeeeeeeeeehhhhhhhhhhhhhhhhrrrrrrrrrrrr

das mit den bettlernXDso geil^^da musst ich voll lachnXD
un das kamelXDrofl^^kannsch mir risch vorstellnXD
=) =) =)


Zitat

Original von JaNe
@DarthMaul: Vielen Dank für deine lieben Wünsche! Vieles von dieser "Lovestory" wirste noch zu lesen bekommen, z.B. als wir...ach nee, ich verrats net^^


ich hoff, dass ich noch was davon zu lesn bekomm, interessiet mich scho ^__^
jez haste mich nämlich wartend vor meinem pc zurückgelassn xP


Under the winter skies
We stand glorious!
And with Oden on our side
We are victorious!


JaNe

Schnubbelina!

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18

Montag, 4. Juni 2007, 22:25

Guten Abend Summer.

Will gleich mal loslegen...

Zitat

Es besteht kein Zwang, den Leser zu informieren, aber wenn man will, dass Leute gespannt auf den Rest sind sollte man doch zumindest das "Setting" vorher festlegen.


Ich hab noch vor meinem ersten Teil der Geschichte ein posting abgegeben, was dieses "setting" doch irgendwo beschreibt. Den Anlass, warum ich schreibe und woher meine Grundidee stammt. Das ist das grobe Setting. Weiterhin habe ich zwischendrin gepostet, dass ich mir nicht sicher bin, alle Zusammenhänge deutlich genug beschreiben zu können. Nochmal: Dat Teil is inne Probezeit.
Mal ganz abgesehen davon gibt es durchaus "Leute, die gespannt sind" (siehe posts der anderen, Jaqui gesteht eindeutig Sucht!^^)


Nein, und hier widerspreche ich dir. Der Leser bestimmt definitiv nicht, was erlaubt ist. Einzig und allein die Zensur, die bei meinen Zeilen sicher keine Verschwörungstheorie beklagen würde, bestimmt, was erlaubt ist.
Ansonsten bestimme ich, was passiert und wie ich schreibe. Wer es für gut empfindet, spricht meine Sprache, wer Probleme mit der Umgangssprache hat...nun...er ist "besseres", "höheres" und anscheinend (zumindest deiner Aussage nach) "wertvolleres" gewohnt. Der mag den konventionellen Stil von Patrick Süskind, den Dürrenmatts und wat weiß ich von wem. Ich steh nicht auf solchen hochtrabenden Austdruck, ich mag schreiben, wie mir die Gedanken kommen. Dass man damit Erfolg haben kann, zeigt sich

a.) hier im Forum
b.) bei besagtem Terry Pratchett, der weitaus "schlimmer" ist als ich
und c.) bei Steven King, ein weiterer Meister der Umgangssprache

als Punkt d.) könnte ich dir noch Wolfgang Hohlbein anbieten, den ich auch sehr verehre, auch bei ihm findest du UGS, dennoch sprechen seine Auflagen für sich...

Glaubst du ernsthaft, dass ich mir nen biederen konventionellen Stil angewöhne, ohne witzige Zwischenrufe, ohne ein sarkastisches "jaja", nur damit ich die Scheinbedürfnisse einiger weniger Möchtegern-Konventionellen anspreche? Also mir ist ein normales, einfaches Publikum weitaus lieber. Deswegen schreib ich enfach und direkt. Ich will eben nicht "feiner" rüberkommen. Das liegt mir nicht, so bin ich nicht. Nie gewesen und werds nie sein.

Zitat

Das mit dem "trotzdem" ist wieder 1:1 die übernahme der menschlichen Sprache: Man kann sich vorstellen, wie jemand diesen Satz sagt. Aber dennoch, "gut" geschrieben ist es nicht.


1:1...genau das ist mein Anliegen. Denn so werd ich am ehesten verstanden. Und genau, mir liegt viel daran, dass Leute sich vorstellen können, wie jemand etwas sagt. Allein durch Umgangssprache kann weitaus mehr Gefühl und Ehrlichkkeit rüberkommen, als wenn ich meine Worte jedesmal erst in "schicke Kleidung" stecke, nur damit sichs "fein" anhört.

Zitat

Bei wenden bin ich mir ziemlich sicher, dass die Vergangenheitsform mit dt geschrieben wird, aber da ich nicht im Duden nachgeschlagen habe kann es gut sein, dass ich mich irre.


Ein zweites mal: Es geht net um "wenden", sondern um "winden". Sich um etwas winden. ;) Aber das sollte hier nicht das Problem sein. Zur Not hab ich meine ehemalige Deutschlehrerin noch, die wenns denn mehr werden wird, Korrektur lesen wird.

Zitat

...kann man zwischen UGS und Schriftsprache das gleiche Urteil fällen: Schreibt man im konventionellen Stil, ist es höherwertig,...


Nicht "man"...sondern du fällst dieses Urteil für dich. Es soll tatsächlich Leute geben, die lieben die Umgangssprache in Büchern, weil es für sie einfach authentischer rüberkommt. Diese Leute geben nichts auf irgendeine Wertigkeit, die vom althergebrachten konventionellen Stil beeinflusst wird. Das Wort "konventionell" ist so ne Sache für sich. Word spuckt mir u.a. das Wort "steif" im Thesaurus aus...und "steif" will ich weiß Gott net wirken, dafür fühl ich mich mit meinen 31 Jahren doch noch zu jung...^^Und Arbeit ist es in meinen Augen genausoviel. Man muss genauso überlegen, wie sich was in der UGS anhören würde, man muss genausoviel mit Worten spielen.

aus deinem vorletzen posting:

Zitat

Dazu sollte man keinen Satz mit "dazu" beginnen,...


Schullige bitte, dass ich bei diesem Satz wirklich sehr lachen muss...fällt dir was auf?^^

Zitat

...hier muss ich leider den kategorischen Imparativ anwenden: So schreibt man nicht.


Es heißt Imperativ. Und erklär mir mal bitte, was genau du mit "kategorischen Imperativ" überhaupt meinst...mir kommts eher wie ne Phrase vor...hab auch bei Langenscheidt geschaut, konnte aber keinerlei Zusammenhang erkennen...^^
Zumal du dir wirklich das Recht rausnimmst, festzulegen wie man schreibt. Das find ich dann schon wieder dreist.


Zitat

Spannender wird eine Geschichte zudem, wenn du sie im Präsenz schreibst.


In meinem letzten post bat ich dich um Klärung des Zusammenhangs zwischen Zeitform und Spannungsgrad. Und hiermit nochmals. Was genau macht eine Story spannender, wenn sie im Präsens geschrieben ist? ö_ö

Ok, weiter im Text. Mir ist der Unterschied zwischen Umgangssprache und Schriftsprache durchaus bewusst. Ich lese seitdem ich 6 Jahre alt bin, und zwar so ziemlich alles, was ich kriegen kann. Meine Eltern haben mich mit guter Literatur und nicht mit Comics oder Arztromanen versorgt, angefangen von Pantelejew über Makarenko bis Strittmatter, Alexandre Dumas und heute eben bevorzugt Pratchett und Hohlbein und ein wenig Literatur über verschiedene Weltanschauungen.
Vielen Dank trotzdem für deine Unterweisung am Beispiel Ente-Jaguar...


Doch doch, ich will Kritik. Allerdings welche die Hand und Fuß hat. Was von dir hier ankommt, ist eher der Oberlehrer ----> "Ich denke, das sollte es dir leichter machen, das zu verstehen.". Womit ich auch schon bei meiner nächsten - schonmal gestellten, jedoch unbeantworteten - Frage komme:

Bist du ein Lehrer? (mich irritiert einfach die Aussage, dass du deinen Schülern ne schwache 3 geben würdest)

Und die zweite Frage(n): Was liest du, und wieviel hast du bisher gelesen, arbeitest du für einen Verlag als Rezensor?^^ Die Frage stellt sich mir auf Grund dessen:

Zitat

Auch deshalb bestreite ich, dass "Leute das lesen wollen", die vielzahl der neu veröffentlichten Bücher sind immernoch in Schriftsprache verfasst!


Demnach müsstest du wirklich die Vielzahl der neu veröffentlichten Bücher ja gelesen haben...

Trotzdem, dass ich deine Kritik in meine Arbeit wohl nicht einfließen lasse (ausser vllt die des Storyanfangs und die der Schattensache), danke ich dir dafür nochmals. Ausserdem ist es sehr entspannend, hier zu diskutieren. Ich würd mir nur mehr Inhalt wünschen, nicht nur ein an-der-Oberfläche-kratzen.


Janie


PS: Danke Darthi^^...Balsam für die Seele! Zeigt mir, dass ich wirklich jemanden erreiche mit meinen Worten. :] :blume:








19

Dienstag, 5. Juni 2007, 00:08

Zitat

Original von JaNe

Zitat

Dazu sollte man keinen Satz mit "dazu" beginnen,...


Schullige bitte, dass ich bei diesem Satz wirklich sehr lachen muss...fällt dir was auf?^^


Ja, aber ich wäre schon dumm, hätte ich das aus versehen geschrieben ;)

Was der kategorische Imperativ ist? "Man tut so etwas nicht.", "Man schreibt so etwas nicht" - nicht zu erklären, ist aber so. Wurde mir von klein auf bei gebracht, oder wurde dir, als du auf die Straße gerannt bist etwas anderes gesagt außer "Das macht man nicht"?

Tut mir ja schrecklich Leid, aber weiterkommen können wir beide so nicht. Du denkst ,du hättest einen bereits fertig entwickelten Stil gefunden, ich bin der Meinung das man das was du da oben schreibst nicht Stil nennen kann.
Dazu hängst du dich an Flüchtigkeitsfehler wie Imparativ auf, und das ist keine Art wie ich hier diskutieren möchte.

Also denn, viel Erfolg mit deiner Geschichte, einen neuen Leser hast du in mir aber nicht gefunden ;)

PS: Der, wie du ihn nennst "biedere" Stil hat noch so manchem Autor, der Sprachwitz und Wortgewandtheit beherrschten zu Ruhm gebracht ;) Einige mehr, als mit Umgangssprache berühmtgewordene... Und nein, ich habe die Bücher in der Bibliothek nicht gezählt ;)
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20

Dienstag, 5. Juni 2007, 08:33

mannnoooo die geschichte ist doch geil. Wäre ich Lehrer würde ich ganz klar die Note 1 vergeben :]


WoW :herz: