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  • »Cassandra's Curse« ist der Autor dieses Themas

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1

Freitag, 19. Juni 2009, 00:45

GEMA will künftig 600% mehr

Ihr geht gern auf kleine Konzerte in der Stadt?
Wenn die GEMA mit ihrem derzeitigen Vorhaben durchkommt, dann wird das wohl Geschichte sein.

Es geht um folgendes:
Die GEMA will, dass Veranstalter künftig 600% mehr Kohle für das Veranstalten von Konzerten abdrücken.
Das bedeutet zum einen: Konzerte werden teurer (und das obwohl sie heutzutage schon teuer sind), weil der Veranstalter natürlich nicht auf den Kosten sitzen bleiben will.
Des weiteren heißt es: Es wird weniger kleine Veranstaltungen mehr geben, weil sich kleine Clubs keine Live-Musik mehr leisten können. Die Musikszene der Großstädte würde vor die Hunde gehn. Gleichzeitig werden große Plattenfirmen und bekannte Künstler wieder bevorteilt.

Ich will das nicht. Und jeder dem auch nur ein bisschen was an Musik liegt, was nicht Lady Gaga oder irgendwelche Casting Shows sind, sollte sich dringendst überlegen hier mitzumachen:

Bürgerliches Begehren beim dt. Bundestag

Artikel zum Thema


Go in peace
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2

Freitag, 19. Juni 2009, 01:35

Ja, davon hab ich auch schon gelesen. Deshalb wird´s immer lukrativer GEMA-freie Musik zu nutzen. Genügend Indie-Labels gibt´s mitlerweile.

Allerdings is das mit den "GEMA-GESETZEN" Schwachsinn. Es gibt keine Gesetze zur oder über die Gema. Sie hat keine gesetzliche Legitimation.
Stattdessen is sie ein wirtschaftlicher Verein, der u.a. die Urheberrechte der Mitglieder vertritt. Sie gehört zur Privatwirtschaft. Nur aus den Verträgen mit ihren Mitgliedern bezieht die Gema ihre Legitimation. Da kann auch kein Gesetz was dran ändern. Das einzige, was vllt möglich wäre, wäre der Weg über das Kartellrecht.

Ansonsten geht´s nur über´s Urheberrecht, welches u.a. auch deshalb dringender Reformierung bedarf.

Aber ich seh keinen einleuchtenden Grund, diese Petition zu unterzeichnen.

Allerdings stimm ich dir und allen anderen Kritikern zu: die Erhöhung is ´ne Dreistigkeit schlechthin, die nur dazu da is, diesen Bürokratieapparat zu finanzieren, der die Kreativbranche mitlerweile eher behindert als begünstigt.
Wir müssen [...] der Versuchung widerstehen, ein Geflecht von Gesetzen herzustellen, hinter dem eines Tages die Freiheit unsichtbar wird. - Helmut Schmidt[/size]

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3

Freitag, 19. Juni 2009, 01:49

und gerade wegen dem von dir zuletzt genannten Punkt finde ich es total wichtig, dass möglichst viele die Petition unterschreiben.

Ich meine: Meine Metal-Band hat nocht nie Bühnenluft schnuppern dürfen, weil es im moment schon von vornherein schwer ist, irgendwo nen Auftritt zu bekommen, wenn man keinerlei Referenzen hat, weil kleine Veranstalter damit schon Verlust einfahren.
Aber wie soll man an Referenzen kommen?
Wir haben uns schon bei etlichen Clubs beworben mit Demo-Tape und Mappe...2 der Clubs sind kurz darauf geschlossen worden wegen Umsatzschwäche.
Das finde ich seeeeeehr Schade.
Die Finanzkrise betrifft ALLE...und diese Machenschaft ist nur ein verzweifelter Rettungsversuch, um noch zusätzliche Lasten auf die Geldbörsen der Bevölkerung abzuwiegeln und sich selbst aus der Affäre zu ziehen.
Gema-Freie Musik ist das eine. Trotzdem kassiert die GEMA bei jedem Konzert Kohle.
Hier in dem Video werden ein paar sehr krasse Beispiele gebracht...wo die GEMA 18k Euro einnimmt und davon der Künstler glatte 3k bekommt der Rest wird behalten. http://www.youtube.com/watch?v=EjaVOxcHtT8
Das geht nicht. Punkt aus Ende.
Die Petition dient dazu, dass die Angelegenheit überhaupt erstmal vorm Bundestag angehört wird.
Denn wenn die 50.000 Stimmen erreicht werden (was ich dringend hoffe), dann wird sie vom zuständigen Amt geprüft und ausgewertet...
Die plebiszitären Elemente sind denke ich vorerst erstmal die einzige Möglichkeit, auf das Thema aufmerksam zu machen.


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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Cassandra's Curse« (19. Juni 2009, 02:00)


4

Freitag, 19. Juni 2009, 11:42

Wenn jemand selbst Musik macht auf ner Bühne. Wieso ist es dann nicht seine Angelegenheit, ob für seine Musik z.b. bei der Gema bezahlt werden muss?

5

Freitag, 19. Juni 2009, 12:07

Zitat

Die Tariferhöhung belief sich zum 1. Februar auf Netto 8 Prozent und soll bis 2014 auf durchschnittlich 14 Prozent steigen.

Quelle: http://www.golem.de/showhigh2.php?file=/0906/67845.html&wort[]=GEMA
Die Zensur ist der Schutz der Wenigen gegen die Vielen.
Kurt Tucholsky


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6

Freitag, 19. Juni 2009, 14:06

Zitat

Wenn jemand selbst Musik macht auf ner Bühne. Wieso ist es dann nicht seine Angelegenheit, ob für seine Musik z.b. bei der Gema bezahlt werden muss?


Das tut es im Prinzip auch.
Bands ohne Label sind natürlich auch nicht bei der GEMA angemeldet.
Jedoch besteht die Pflicht für jeden Veranstalter (egal ob GEMA-pflichtige Musik oder nicht), die gespielte Musik der GEMA zu melden. (die sog. "GEMA-Vermutung"). Wenn die GEMA ein nicht gemeldetes Konzert findet, verlangen sie (egal ob GEMA-pflichtige Musik oder nicht) 100% der normalen Gebühren als Strafe für den Veranstalter
Die Prüfen dann, ob sie nicht doch noch was an der gespielten Musik verdienen können.
Das ist vor allem problematisch für Cover-Bands, oder eben auch Bands wie uns, die in ihrer Zugabe halt auch mal eine Version eines Liedes von einem bekannten Künstler drinhaben. Denn dann werden auch gleich 100% fällig...denn es geht nicht um Anzahl der Lieder oder Gäste, sondern einzig und allein um Raumgröße (also mögliche Maximalzahl an Besuchern) und Eintrittspreis (und der ist bei Bands unserer Bekanntheitsgrades ja eh meist 0).
Also sollen sich kleine innerstädtische Clubs auf unbekannte Live-Musiker einlassen, für die sie am Ende noch horrende GEMA-Summen zahlen müssen, und das alles allein durch den Mehrverkauf an Getränken der Gäste gutmachen?
Wohl kaum, wohl kaum.

@LucySD: das was du da gepostet hast, ist das, was die GEMA derzeit in ihrer Stellungnahme zugibt. Allerdings schenk ich der persönlich wenig Glauben.


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7

Freitag, 19. Juni 2009, 21:40

Das ist das einzige was mir zur Gema einfällt

http://www.youtube.com/watch?v=LHL-yPoJ3ew&feature=related

8

Freitag, 19. Juni 2009, 22:08

Das ist das einzige was mir zur Gema einfällt

http://www.youtube.com/watch?v=LHL-yPoJ3ew&feature=related
Das ist hart, wirklich hart^^

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9

Mittwoch, 24. Juni 2009, 00:15

Bin froh, dass bereits 55.000 Stimmen abgegeben wurden.


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10

Mittwoch, 24. Juni 2009, 00:29

Was soll die Politik tun? Die Gema und alles was so funktioniert verbieten? Die Gema ist keine staatliche Organisation.



-SJ-

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11

Mittwoch, 24. Juni 2009, 09:23

die politik sollte das altmodische urheberrecht abändern und anpassen sodass es modern wird un zu unserer zeit passt.


DAU

Verteidiger einer zerschmetterten Welt

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12

Mittwoch, 24. Juni 2009, 11:12

die politik sollte das altmodische urheberrecht abändern und anpassen sodass es modern wird un zu unserer zeit passt.


joa und wenn wir dabei sind natürlich uach gleich die GEZ anpassen bzw abschaffen...
vergisst man schnell mal, dass die DAUs eigentlich in der überzahl sind.

ich weiß sehr genau, dass AIDS viele (Geschechts-)Krankheiten, darunter HIV, vorbeugt.


13

Samstag, 4. Juli 2009, 15:24

Ich muss sagen, ich muss meine Meinung revidieren.
Ich hab mir diesen Telepolis-Artikel über die GEMA und andere Verwertungsgesellschaften und deren Ausschüttungspraktiken durchgelesen.
Er ist zwar von 2001 aber angesichts, der Starr- und Beschränktheit, die die GEMA und ihr Vorstand in Sachen Vertriebsstrategien und Urheberrechtanpassungen zeigt, erwarte ich nich, dass sich das vieles geändert hat.
Die zweite Seite is für dieses Thema uninteressant. Auf der ersten Seite geht´s im Großen und Ganzen darum, wie die GEMA die Einnahmen an ihre Mitglieder verteilt.

Ich wusste bisher nich, dass die GEMA solche staatlichen Begünstigungen in ihrer Monopolstellung erhält. Sie wurde vom Staat dahin gebracht und wird dort - u.a. durch das Patent- und Markenamt - auch gehalten.
Sie nimmt nich nur Rechte im Musik- sondern auch im Film- und TV-Geschäft war - und wirtschaftet munter in die eigene Tasche - wird größtenteils von gierigen Bürokraten bestimmt, denen viel daran liegt, an den Werken anderer oder bereits verstorbener zu verdienen. Das is der Grund, warum sie sich gegen eine Anpassung des Urheberrechts an die heutigen technischen Möglichkeiten einsetzt und dafür viel Lobbyismus betreibt.
Gegen die unfaire und von einer Verhältnismäßigkeit weit entfernten Ausschüttungspraxis tut das Patent- und Markenamt nichts, weil es - obwohl es eine übergeordnete Behörde is - sich nich zuständig fühlt, über diese Angelegenheiten zu wachen und zu entscheiden.


Es stimmt nich, dass der Gesetzgeber da nix machen kann.
Die GEMA-Vermutung is ein Privileg der GEMA, das die Beweislast umkehrt und auf den Veranstalter überträgt. Dieses Privileg kann und muss aufgehoben werden.
Außerdem kann die Rolle des Patent- und Markenamtes geändert werden. Es kann nich auf der einen Seiten die Gründung von alternativen Verwertungsgesellschaften für Musik unterbinden und sich andererseits aus der Ausschüttungspolitik der GEMA heraushalten. Genau so wird nämlich deren Monopol gefestigt.


Die Petition hab ich mitlerweile auch unterschrieben.
Wir müssen [...] der Versuchung widerstehen, ein Geflecht von Gesetzen herzustellen, hinter dem eines Tages die Freiheit unsichtbar wird. - Helmut Schmidt[/size]