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181

Donnerstag, 6. Dezember 2007, 12:49

Ich habe nichts ausgelegt, ich habe nur gesagt das es nicht mein Problem ist, wenn es so ist. Also unterstelle mir nicht so polemisch, dass ich etwas irgendwie ausgelegt habe. Es entspricht klar den Tatsachen, dass es nicht mein Problem wäre, sondern deines! Ich verbitte mir solche unterschwelligen versuche mich zu verleumden!

Mir ist die Bedeutung des Begriffes immer bewusst gewesen und habe ihn trotzdem bei Wikipedia noch einmal nach geschlagen. Das tut man für gewöhnlich, wenn man die Chance hat, in einer Diskussion, um zu verhindern, dass man versehentlich eine falsche Aussage macht. Dann wirft man Leuten z.B. Diskreditierung, vor, obwohl sie das nie getan haben, schon aus dem Grund das es hier keinen Sinn macht. Welchen Vertrauen in wen sollte man denn hier schon unterwandern wollen? Jeder vertraut jedem hier ungefähr gleich, also auch seinen Argumenten, bei denen jeder auch selbst die Chance hat zu denken, oder zu recherchieren. Es gibt natürlich Ausnahmen zum Beispiel Jane, der vertraue ich hier am Meisten. Ansonsten sollte man solche Vorwürfe sowieso immer mit Tatsachen untermauern, sonst wird es einem als Verleumdung um die Ohren gehauen! Ich kann nicht sagen ob ich so etwas hier aus versehen getan habe, dann war es aber nicht gezielt so gedacht.

Polemik ist sehr wohl ein Mittel auf gleicher Augenhöhe zu Diskutieren, wenn der andere die Fähigkeit besitzt, mit gleicher Münze zu zahlen. Ein großer Politiker wird nur ein guter Redner, der Eindruck und Stärke vermittelt und genau dafür braucht man diese Fähigkeit. Übrigens ist schon der Vorwurf der Polemik ein persönlicher Angriff und damit irgendwie polemisch.
Natürlich sind persönliche Angriffe ein wichtiger Teil einer Diskussion. Es geht dabei immer um Glaubwürdigkeit, das ist der Sockel, den man Anpacken muss. Kann man die Glaubwürdigkeit des Gegenspielers senken, werden seine Argumente schwächer und meine stärker. Ich bin doch davon überzeugt was ich rede, also will ich es so gut positionieren wie ich will. Das ist die Kunst der Diskussion.

Natürlich kann ich es nicht ertragen, warum sollte ich es? Du tust es doch auch nicht. Soll ich den Schwanz vor dir einziehen, vor dir? Warum sollte ich das? Der Weg den du gehst ist mir ziemlich klar. Du kannst mit Argumenten nicht so gut reden, also versuchst du dafür zu sorgen, das ich unglaubwürdig wirke, als Lügner, jemand der Beleidigungen nutzen und die Person über dem eigentlichem Problem handelt.
Du versuchst von unten zu stechen, weil du von oben nicht dran kommst. Darum wirfst du mir die ganze Zeit Polemik vor.
Du bist genauso polemisch, nur von einer anderen Position aus. Polemik ist menschlich. Eine Diskussion ist kein wissenschaftliches Sachbuch. Solange Menschen gegeneinander reden, wird es Polemik geben und niemand, der ein guter Redner ist, wird es jemanden vorwerfen, zumindest nicht als tragendes Element seiner Gegenrede, weil das ein sehr, sehr schwacher Vorwurf ist, als würde ich jemanden Vorwerfen sein Rücken wäre zu haarig.

Du hast selbst gesagt, Menschen sind Fehlerhaft und dürfen es sein und die Polemik ist kein sauberer, blitzender Marmorboden, aber das ist nur Menschlich.


Ich habe mal Seite 9 überflogen.
Sorry aber wenn du'n Schwachsinn redest dann wird niemand daher kommen und sagen "Das Christentum ist schlecht weil noir das graderaus sagt!!!!" Sonst noch?
1. Du unterstellst mir ich rede Schwachsinn, eine Diskreditierung, ein persönlicher Angriff, eine Behauptung.
2. "Sonst noch was" - Ein persönlicher Angriff, der heraus stellen soll wie "Schwachsinnig" mein Beitrag sein soll.
Durch deine wiederholte Polemik und durch das schlechte Lesen der anderen Beiträge gibst du ein ganz schlechtes Bild der Agnostiker ab, ich werds mir aufschreiben...
1. Du unterstellst mir Polemik, ein persönlicher Angriff.
2. Du unterstellst mir ich würde schlecht lesen, ein Persönlicher Angriff und eine Diskreditierung.
3. Du unterstellst mir ich wäre Agnostiker. Das kann man schon aus Verleumdung nehmen, weil ich erwähn hatte, dass ich an einen Gott glaube und auch gesagt hab es es einen gibt.
4. "ich werds mir aufschreiben" - Eine weitere Anspielung darauf, das meine Beiträge Schwachsinn sein sollen
bei eurer ganzen tot-philosophiererei über Steine die von Gott gemacht sind und Gott als Wunschkreatur unseres Geistes macht einem manchmal ganz schwindelig, da ist es gut was festes unter den Füßen zu haben.
1. Du wirfst uns vor wir hätten etwas tot philosofiert, mal davon das soetwas nicht geht, ist es eine Unterstellung.
2. Du unterstellst uns wir sähen Gott als eine "Wunschkreatur" und das wir nicht mehr mit beiden Boden auf den Füßen stehen, das ist eine Unterstellung und Diskreditierung.
Ungerecht? Du solltest dein geschichtliches Wissen erheblich auffrischen, wenn du diesen Satz wahrhaftig ernst gemeint hast, was ich zu bezweiflen wage, ums mal gestelzt zu sagen.
1. Du greifst mich persönlich damit an, das ich ein mangelhaftes geschichtliches Wissen hätte.
Ansonsten würde ich wieder totaler Bullshit sagen, aber damit repräsentiere ich schlecht.
1. Du greifst mich schon wieder persönlich an, in dem du sagt meine Beiträge wären "Bullshit".
Toll, du kannst Links einfügen... Hastes auch gelesen?
1. Du greifst mich persönlich an.



182

Donnerstag, 6. Dezember 2007, 13:14

Opodeldox, auch zu dir: können wir nun zum Topic zurückkehren? Darum gehts hier nämlich.

Zitat

Polemik ist sehr wohl ein Mittel auf gleicher Augenhöhe zu Diskutieren, wenn der andere die Fähigkeit besitzt, mit gleicher Münze zu zahlen. Ein großer Politiker wird nur ein guter Redner, der Eindruck und Stärke vermittelt und genau dafür braucht man diese Fähigkeit. Übrigens ist schon der Vorwurf der Polemik ein persönlicher Angriff und damit irgendwie polemisch.

Gut, sehe ich nicht so. Ich finde, wenn man andere runtermacht (und nein, wenn ich dir Polemik vorwerfe ist das eine Auseinandersetzung mit dem, was du geschrieben hast, aber kein Angriff.) ist das kein feines Mittel.

Zitat

Du kannst mit Argumenten nicht so gut reden, also versuchst du dafür zu sorgen, das ich unglaubwürdig wirke, als Lügner, jemand der Beleidigungen nutzen und die Person über dem eigentlichem Problem handelt.


Was auch immer das soll, du versuchst mich, obwohl du (und grade du) auf Argumente und auf sogar erneut herrvorgehobene Aussagen wiederholt NICHT eingegangen bist, als jemanden darzustellen, der mit Argumenten nicht gut umgehen kann?! Sehr schön, dann glaub's halt. JaNe und Murphy werden dich tatkräftig unterstützen.

Letzter Edit, wenns hier weiter um die Art geht, schweige ich. Klar bin ich auch polemisch, aber Opodeldox Zitate mit zugehörigen Kommentaren sind überzogen und manchmal auch falsch. Wäre schön, wenn wir zum Thema "Christentum" zurückkehren können, dann könnt ihr auch ruhig polemisch und angreifend argumentieren, dazu sage ich nichts mehr.

183

Donnerstag, 6. Dezember 2007, 13:41

Sorry 4 Doppelpost aber ich wollte noch kurz was zu den einzelnen sachen sagen:

Ich habe mal Seite 9 überflogen.
Sorry aber wenn du'n Schwachsinn redest dann wird niemand daher kommen und sagen "Das Christentum ist schlecht weil noir das graderaus sagt!!!!" Sonst noch?
1. Du unterstellst mir ich rede Schwachsinn, eine Diskreditierung, ein persönlicher Angriff, eine Behauptung.
2. "Sonst noch was" - Ein persönlicher Angriff, der heraus stellen soll wie "Schwachsinnig" mein Beitrag sein soll.

Ja, soll er. So gesehen auf S4 dieses Threads von dir ("Erwischt") und auf S6 ("Ach komm, hör doch auf") Ich heule nicht rum deswegen, tust du es?

Durch deine wiederholte Polemik und durch das schlechte Lesen der anderen Beiträge gibst du ein ganz schlechtes Bild der Agnostiker ab, ich werds mir aufschreiben...
1. Du unterstellst mir Polemik, ein persönlicher Angriff.

Wie oben schon steht: Nö. Ich sage du bist polemisch. Sag mir ich wäre ein Choleriker (was manchmal stimmt) und es ist keine Beleidigung.


2. Du unterstellst mir ich würde schlecht lesen, ein Persönlicher Angriff und eine Diskreditierung.
wenn du schlecht lesen kannst, ist mein Hinweis ein erster Schritt zur Genesung!

3. Du unterstellst mir ich wäre Agnostiker. Das kann man schon aus Verleumdung nehmen, weil ich erwähn hatte, dass ich an einen Gott glaube und auch gesagt hab es es einen gibt.
Ich sehe "Agnostiker" nicht als schimpfwort. Sag mir was du bist und ih sag dir wie du heißt. WEnn mic hjmd versehendlich Moslem nennt, bi nich auch nicht stinkig.

4. "ich werds mir aufschreiben" - Eine weitere Anspielung darauf, das meine Beiträge Schwachsinn sein sollen
wenn du keine Kontras bei von dir aufgestellten Sprüchen (Du vertrittst das christentum schlecht) verträgst, dann schreib sowas nicht.

bei eurer ganzen tot-philosophiererei über Steine die von Gott gemacht sind und Gott als Wunschkreatur unseres Geistes macht einem manchmal ganz schwindelig, da ist es gut was festes unter den Füßen zu haben.
1. Du wirfst uns vor wir hätten etwas tot philosofiert, mal davon das soetwas nicht geht, ist es eine Unterstellung.
gemein und hinterhältig, so bin ich.

2. Du unterstellst uns wir sähen Gott als eine "Wunschkreatur" und das wir nicht mehr mit beiden Boden auf den Füßen stehen, das ist eine Unterstellung und Diskreditierung.
das ist nur mein eindruck, belehr mich eines besseren!

Ungerecht? Du solltest dein geschichtliches Wissen erheblich auffrischen, wenn du diesen Satz wahrhaftig ernst gemeint hast, was ich zu bezweiflen wage, ums mal gestelzt zu sagen.
1. Du greifst mich persönlich damit an, das ich ein mangelhaftes geschichtliches Wissen hätte.
Siehe "Lesen lernen"

Ansonsten würde ich wieder totaler Bullshit sagen, aber damit repräsentiere ich schlecht.
1. Du greifst mich schon wieder persönlich an, in dem du sagt meine Beiträge wären "Bullshit".
Toll, du kannst Links einfügen... Hastes auch gelesen?
1. Du greifst mich persönlich an.
nochmals - du hast recht, sorry. ich lese deine beiträge und vieles ist dabei nicht bullshit, deswegen entschuldige bitte.

184

Dienstag, 8. Januar 2008, 21:28

Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?

Die eben beschriebenen Wirkungen der Nichtkontingenz sind im menschlichen Bereich natürlich viel ausgeprägter und können unsere Wirklichkeitsauffassung nachhaltig beeinflussen, wie mehrere, unter Leitung von Professor Bavelas an der Stanford-Universität ausgeführte Versuche beweisen.
In einem dieser Experimente sitzen zwei Versuchspersonen, A und B, vor einem Projektionsschirm. Zwischen ihnen ist eine Trennwand, so daß sie sich gegenseitig nicht sehen können, und es wird ihnen außerdem zur Auflage gemacht, nicht miteinander zu sprechen. Beiden haben vor sich je zwei Drucktasten mit der Bezeichnung „gesund“ und „krank“ sowie zwei Signallämpchen mit der Aufschrift „richtig“ beziehungsweise „falsch“. Der Versuchsleiter projiziert nun ein Reihe von Mikrodiapositiven von Gewebezellen, und es ist die Aufgabe der Versuchspersonen, durch Versuch und Irrtum die gesunden von den kranken Zellen unterscheiden zu lernen. Sie werden aufgefordert, zu jedem Bild durch Drücken des betreffenden Knopfs ihre (individuelle) Diagnose bekanntzugeben, worauf das Lämpchen „richtig“ oder „falsch“ aufleuchtet.
Diese scheinbar sehr einfach Versuchsanordnung hat aber ihre geheimen Tücken: A erhält jedesmal die zutreffende Antwort auf seine Diagnose, das heißt, das Aufleuchten des betreffenden Signals teilt ihm mit, ob er das betreffende Diapositiv richtig oder falsch diagnostizierte. Für ihn besteht das Experiment also im verhältnismäßig einfachen Erlernen einer ihm bisher unbekannten Unterscheidung durch Versuch und Irrtum; und im Verlauf des Versuchs erlernen die meisten A-Personen bald, gesunde von kranken Zellen mit einer Verläßlichkeit von etwa 80 % zu unterscheiden.
B’s Situation dagegen ist eine ganz andere. Die Antworten, die er erhält, beruhen nicht auf eigenen Diagnosen, sondern auf denen A’s. Es ist daher völlig gleichgültig, wie er ein bestimmtes Diapositiv einschätzt. Er erhält die Antwort „richtig“, wenn A den Gesundheitszustand der betreffenden Zelle richtig erriet; wenn A dagegen sich irrte, erhält auch B die Antwort „falsch“, ungeachtet der Diagnose, die er selbst stellte. B weiß das aber nicht; er lebt daher in einer „Welt“, von der er annimmt, daß sie eine bestimmte Ordnung hat und daß er diese Ordnung entdecken muß, indem er Vermutungen anstellt und dann jeweils erfährt, ob diese richtig oder falsch waren. Was er aber nicht weiß, ist, daß die Antworten, die ihm die „Sphinx“ auf seine Vermutungen gibt, nichts mit diesen zu tun haben, weil die „Sphinx“ ja nicht zu ihm, sondern nur zu A spricht. In anderen Worten, es besteht für ihn keinerlei Möglichkeit, herauszufinden, daß die Antworten, die er erhält, nichtkontingent sind (das heißt, nichts mit seinen Mutmaßungen zu tun haben), und ihm daher nichts über die Richtigkeit seiner Diagnosen vermitteln. Er sucht also nach einer Ordnung, die zwar besteht, ihm aber nicht zugänglich ist.
A und B werden nun ersucht, gemeinsam zu besprechen, welche Grundsätze sie entdeckt haben. A’s Erklärungen sind meist einfach und konkret. B’s Annahmen dagegen sind subtil und komplex – schließlich gelangte er zu ihnen ja auf Grund sehr dürftiger und widersprüchlicher Mutmaßungen.
Das Erstaunliche ist nun, daß A die Erklärungen B’s nicht einfach als unnötig kompliziert oder geradezu absurd ablehnt, sondern von ihrer detaillierten Brillanz beeindruckt ist. Beide wissen nicht, daß sie buchstäblich über zwei verschiedene Wirklichkeiten sprechen, und A kommt daher zu der Ansicht, daß die banale Einfachheit seiner Erklärungsprinzipien der Subtilität B’s Diagnosen unterlegen ist. Das bedeutet aber nicht mehr und nicht weniger, als daß B’s Ideen für A um so überzeugender klingen, je absurder sie sind. (Diese ansteckende Wirkung von Täuschungen und Wirklichkeitsverzerrungen ist auch außerhalb der Laboratorien der Kommunikationsforscher nur zu gut bekannt, und wir werden uns weiter unten mit einigen besonders krassen Beispielen zu befassen haben.)
Bevor sich A und B einem zweiten, identischen Test unterziehen, werden beide ersucht, ob A oder B bei diesem Test besser abschneiden wird als bei seinem ersten. Alle B’s und die meisten A’s vermuten, daß es B sein wird. Dies ist tatsächlich der Fall, da A nun zumindest einige von B’s abstrusesten Ideen übernommen hat und seine Vermutungen daher absurder und dementsprechend unrichtiger sind als beim ersten Mal. [18]
Die Lehre, die sich aus B’s Dilemma in diesem Versuch ziehen lässt, geht weit über ihre experimentalpsychologische Bedeutung hinaus. Sobald einmal das Unbehagen eines Desinformationszustands durch eine wenn auch nur beiläufigen Erklärung gemildert ist, führt zusätzliche, aber widersprüchliche Information nicht zu Korrekturen, sondern zu weiteren Ausarbeitungen und Verfeinerungen der Erklärung. Damit aber wird die Erklärung „selbst-abdichtend“, das heißt, sie wird zu einer Annahme, die nicht falsifiziert werden kann.*
Wie jedoch der Philosoph Karl Popper bereits nachwies, ist die Falsifizierbarkeit (das heißt die Möglichkeit einer Widerlegung) die conditio sine qua non jeder wissenschaftlichen Theorie. Erklärungen von der Art, wie wir sie hier untersuchen, sind also pseudo-wissenschaftlich, abergläubisch und letzten Endes psychotisch. Ein Blick auf die Weltgeschichten zeigt, daß ähnlich „unwiderlegbare“, monströse Welterklärungen für die schlimmsten Greuel (wie etwa die Inquisition, Rassentheorien, totalitäre Ideologien) verantwortlich waren und sind.

* Mit Hilfe solcher unwiderlegbarer Beweisführungen kommt man schließlich zu Überzeugungen, deren Unerschütterlichkeit nur von ihrer Merkwürdigkeit übertroffen wird. Besteht die Annahme zum Beispiel darin, daß Krankheiten durch Gebet geheilt werden können, so „beweist“ der Tod des Patienten, daß sein Glaube zu wünschen übrigließ, und dies „beweist“ wiederum die Richtigkeit der Annahme von der Macht des Gebets. – Mit ganz ähnlicher Logik erklärte sich Stalin-Preisträger Sergej Michalkov in einem kürzlichen Interview schlicht: „Ein überzeugter Kommunist kann kein Antikommunist werden. Ein Kommunist war Solschenizyn nie“ [101]. – Und in einer Debatte über die Behauptung, daß die Verhaltenstherapie eine rasche und verläßliche Behandlung von Phobien ermöglicht, kritisierte der Vertreter der psychoanalytischen Seite ein verhaltenstherapeutisches Buch über dieses Thema mit dem Hinweis, der Autor habe „die Phobie in einer Weise definiert, die nur den Konditionierungs-Theoretikern akzeptabel ist und nicht die Voraussetzungen der psychiatrischen Definition dieser Störung erfüllt. Seine Feststellungen sollten daher nicht auf die Phobie, sondern auf einen anderen Zustand angewandt werden.“ [152]. Die Schlußfolgerung ist unausweichlich: Eine Phobie, die verhaltenstherapeutisch behandelt werden kann, ist aus diesem Grunde keine Phobie. Wann wird sich der wissenschaftstheoretisch geschulte Exorzist finden, der mit der Wortmagie der Psychiatrie aufräumt?


aus: Paul Watzlawick: Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn, Täuschung, Verstehen

Gruß
Murphy

("Du-hast-einfach-nicht-genug-gebetet"-Aussagen - toller Begriff - findet man hier zuhauf. Der geneigte Leser wird sie anhand folgender Beispiel selbstständig ausfindig machen können:

Zitat

Wo hast du das denn her? Ob Gott allmächtig ist oder nicht ist ein Glaube, und nun sage mir bitte wie man einen Glauben wiederlegen kann.
Dienstag, 4. Dezember 2007, 08:42, noir

oder etwas diskreter:

Zitat

Der Boden ist unter mir, bei eurer ganzen tot-philosophiererei über Steine die von Gott gemacht sind und Gott als Wunschkreatur unseres Geistes macht einem manchmal ganz schwindelig, da ist es gut was festes unter den Füßen zu haben.


"Schenkt mir ein Weltbild, das mich glücklich macht."

Zitat

Und dass Gott verzeiht, ist die wesentliche Aussage, aber es bringt wenig mit dir darüber zu diskutieren, da du nicht glaubst.


(Eigentlich dasselbe wie oben.)

Zitat

Ausserdem: Wer die Bibel als Langweilig ist, versteht sie nicht
(Thorge)

Zitat

Du kannst die Kirche als totalitär bezeichnen, aber einen Glauben mit diesem Titel zu versehen ist dumm und falsch.

Übrigens: Ich glaube dass du, weil du genau merkst, dass du das was wir hier Glauben nennen nicht fassen kannst, so aggressiv und angreifend bist.
Der unverkennbare noir-Stil :-) Samstag, 1. Dezember 2007, 17:10, Seite 6

Mit freundlichen Grüßen aus einer ganz anderen Wirklichkeit,
Murphy

185

Dienstag, 8. Januar 2008, 21:31

PS.: Das klingt sogar recht ähnlich:

a.) Übrigens: Ich glaube dass du, weil du genau merkst, dass du das was wir hier Glauben nennen nicht fassen kannst, so aggressiv und angreifend bist.

b.) Mit Hilfe solcher unwiderlegbarer Beweisführungen kommt man schließlich zu Überzeugungen, deren Unerschütterlichkeit nur von ihrer Merkwürdigkeit übertroffen wird. Besteht die Annahme zum Beispiel darin, daß Krankheiten durch Gebet geheilt werden können, so „beweist“ der Tod des Patienten, daß sein Glaube zu wünschen übrigließ, und dies „beweist“ wiederum die Richtigkeit der Annahme von der Macht des Gebets.

Gruß
Murphy "der erleuchtete"

186

Dienstag, 8. Januar 2008, 23:33

Hmm.

b) Sehe ich nicht so, da meine Auffassung von Glauben nicht die ist, dass der der "besser" (was ist "besser" in diesem Falle? Häufiger, intensiver, inhaltsvoller?) betet, mehr "Erfolg" hat. Selbst, wenn es nur eine etwas überspitze Formulierung dessen ist, was du mir "vorwirfst", nämlich, dass andere allein aus "selbstverschuldeter" Inaktivität im Glauben diesen nicht fassen können, ist.
Das das nicht der Fall ist, dass mit Folgendem Zitat

"Wer die Bibel langweilig findet, der versteht sie nicht"

etwas anderes meine, sollte dir doch klar sein.

Oben steht das Wort "langweilig", das weder in Bezug auf den Glauben noch auf Gläubigkeit des Menschen gemacht wird.

Selbst, wenn man dem, was in der Bibel steht, nicht glaub, es für falsch, verfälscht oder sonstwas hält: Es ist doch ein Buch, was Tausende von Jahren alt ist, und was alleine aus diesem Kontext heraus eine ganz eigene Spannung bietet, selbst, wenn ich nicht den ultimativen religiösen Kick kriege, wenn ich es lese.


Warum kein Weltbild, was mich glücklich macht?

Deine Erleuchtung, deine Weltenfremdheit, erzeugt weder erfurcht noch Respekt vor dem unumstritten intelligentesten User dieses Boards. Irgendwie bezeichnet, wir hatten letzte Woche erst jemanden, der sich selber die Lorbeeren aufgesetzt hat.

noir-stil, fein fein.

"Gruß
Murphy "der erleuchtete" "

"Mit freundlichen Grüßen aus einer ganz anderen Wirklichkeit,
Murphy"

Murphy Stil. Und nun?

187

Mittwoch, 9. Januar 2008, 07:05

Ich weiß nicht, was nun.

Ich würde ja auf persönlichem Niveau - über Diskussionstile - gerne weiterdiskutieren. Aber ich glaube, ich bin nicht nah genug bei Gott, um genug Kraft zu haben, DAS durchzustehen ... sorry. (Das ist nun meine Ausrede schlechthin.)

Gruß
Godot (ja, wer ist das schon wieder?)

devcon

Cisco-Zottel

Beiträge: 2 886

Beruf: Fachabitur, Netzwerktechniker

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188

Donnerstag, 10. Januar 2008, 04:06

Ich find sie liegen falsch im Denken.
Worin genau liegen sie deiner Meinung nach im Denken falsch?


die ganze Geschichte um Jesus und die Bibel kommt mir relativ spanisch vor. Immerhin würden doch nicht einfach mal so Wunder passieren, und dann wieder aufhören oder? Menschen gab's dafür lange genug, da hätte ausreichend passieren können, aber es ist nur einmal passiert und das vor rund 2008 Jahren.

Dann auch diverse Sachen wie die Inquisition, Ketzerei und Hexenverbrennung, und dieser Billig-Glaube aus der Dose. Wenn ich Werte und Moral für mich aufbauen will tu ich das nicht weil vor 2008 Jahren eine Jungfrau durch den nicht-materiellen heiligen Geist geschwängert wurde.


vor 2004 Jahren ;-)

in der Zeitrechnung um die Geschichte der Weihnacht wurde irgendwann mal Scheisse gebaut weshalb das Ganze um Jesus erst 2004 Jahre her ist ^^

back to Topic: ich selbst glaube auch nicht an Gott - eine Art "strafendes Schicksal" jedoch schon. In Anlehnung an das Sprichwort "die kleinen Strafen schickt der liebe Gott gleich" - nur das sie meiner Meinung nach nicht vom lieben Gott geschickt werden sondern einfach so passieren.

189

Samstag, 3. Mai 2008, 02:05

Mal wieder ein wenig die Gemüter erhitzen (bzw. erheitern, wenn man kein Christ ist, hihi):

a.)
Wie kann ein Postneandertalergehirn eigentlich auf die Idee kommen, die Selbstbefriedigung könne schädlich sein. Ist es nicht einfach absurd? Denn wäre es so, warum hat man ... Lust darauf, sich selbst zu schädigen, wo doch alle Triebe zur Selbsterhaltung gehen. Na klar, es gibt Mörder, Triebtäter - aber nicht 90% der Männer und 70% der Frauen sind Mörder!

b.)
Naja, und der Christ beruft sich auf die Bibel, den Papst, Bischöfe, Pfarrer ... Wenn er für das Christentum argumentiert, so hat doch jedes Argument die Form eines "argumentum ad verecundiam" - also eines Fehlschlusses. Hierzu lese man Schophenhauers "Kunstgriff Nr. 30": http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=25…itel=1#gb_found

Westentlich neues ist ja nicht dabei - sind ja beinahe Allgemeinplätze. Aber wo's doch stimmt :P

190

Samstag, 3. Mai 2008, 03:16



Lol @Christen. Die Bibel is wie ein comic...voller lügen, und Geheimnisse.
"If you tell a lie long enough, loud enough and often enough, the people will believe it"
"fist fighting is for pussies who are too lazy to carry their knives around"
"Humanity is Overrated"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »backo« (3. Mai 2008, 05:11)


DarthMaul

~ Schlummerbärchi ~

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191

Samstag, 3. Mai 2008, 14:08

*zustimm*
wobei ich die einrichtung kirche noch schlimmer find....totaler abzockerverein -.- (ich erinner nur an das freikaufen der seele....na sicher)

da fällt mir ein: wenn katholiken demonstrieren gehen, sind sie dann protestanten?:P


Under the winter skies
We stand glorious!
And with Oden on our side
We are victorious!


smegin

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192

Samstag, 3. Mai 2008, 15:22

Die einzig positiven Aspekte, die die christliche Religion mit sich bringt, sind Einrichtungen für sozial Schwächere (z.B. Diakonie) sowie das christliche Verständnis als Grundlage für europäische Staaten
Das Badnerlied
"Das schönste Land in Deutschlands Gau’n,
das ist mein Badnerland.
Es ist so herrlich anzuschaun
und ruht in Gottes Hand"

Badenia Libera - 50 Jahre sind genug :!:



:herz: Vielen Dank an MouZkill für das Erstellen der Signatur :herz:

193

Samstag, 3. Mai 2008, 15:29

.. und die Hoffnung die sie Milliarden Menschen gibt .. die tausende soziale Einrichtungen, nicht nur für sozial Schwache.
Allein die katholische Jugend wie der BDKJ, in der 15 Jugendeinrichtungen sind (http://www.bdkj.de/index.php?id=21) sind nicht nur durch ihre Ziele enorm wichtig, sie sind auch die Gründer von fast allen deutschen Jugendgruppen sind, bringen die Jugend vom Fernseher weg und veranstalten Partys etc.

Ich bin Jugendleiter bei der Kolping Jugend und im August ist wieder ein Bayrischer Kolpingtag in Augsburg, bei dem Tausende Jugendliche kommen.

Sowas bringt keine andere Veranstaltung zusammen.

Allein das ist schon ein Pro-Christentum Punkt.

194

Samstag, 3. Mai 2008, 17:15

Mit dem was Backo und DarthMaul schreiben, bin ich nicht einverstanden - ist zu unsachlich/polemisch. Aber was Du (maytz) schreibst klingt für mich weniger nach einem positiven Argument als nach Ausweich-Geplapper.

'N schönen Gruß!

195

Samstag, 3. Mai 2008, 17:28

soso.. wenn du es schon als Ausweichgeplapper abstempelst, begründe bitte, wie du darauf kommst.

196

Samstag, 3. Mai 2008, 17:29

Die Frage ist, tust du es weil du Christ, oder ein guter Mensch bist.



197

Samstag, 3. Mai 2008, 17:32

Ich denke, das eine schließt das andere nicht aus.
Ich bin Christ, WEIL ich ein guter Mensch bin ;)

smegin

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198

Samstag, 3. Mai 2008, 17:43

.. und die Hoffnung die sie Milliarden Menschen gibt
Die Hoffnung auf was?
Erlösung? Himmel? Vergebung aller Sünden?
Wieso sollte man an etwas glauben, das täglich beweist, dass es es in diese Form nicht gibt? Wenn der ach so mächtige Gott wirklich ab und zu nach unten schauen würde, und sei es nur einmal pro Jahr, dann sehe die Welt ganz anders aus (im positiven Sinne).
Dem ist allerdings nicht so...
Das Badnerlied
"Das schönste Land in Deutschlands Gau’n,
das ist mein Badnerland.
Es ist so herrlich anzuschaun
und ruht in Gottes Hand"

Badenia Libera - 50 Jahre sind genug :!:



:herz: Vielen Dank an MouZkill für das Erstellen der Signatur :herz:

199

Samstag, 3. Mai 2008, 17:52

.. und die Hoffnung die sie Milliarden Menschen gibt
Die Hoffnung auf was?
Erlösung? Himmel? Vergebung aller Sünden?
Wieso sollte man an etwas glauben, das täglich beweist, dass es es in diese Form nicht gibt? Wenn der ach so mächtige Gott wirklich ab und zu nach unten schauen würde, und sei es nur einmal pro Jahr, dann sehe die Welt ganz anders aus (im positiven Sinne).
Dem ist allerdings nicht so...

Der Gedanke ist einfach der:
- göttlich = für den Menschen unbegreiflich
- Gott hat zwar die Macht, alles zu verändern, tut es aber nicht
Der Mensch ist nicht in der Lage, zu verstehen, was Gott beabsichtigt und darum ist es göttlich.

Ich bin nicht gläuig und schon garkein Befürworter der rk-Kirche, allerdings ist dieser Gedankengang schon leicht nachvollziehbar.


mfg.
I gotta get in shape.
From now on will be total organization.
Every muscle must be tight.

200

Samstag, 3. Mai 2008, 22:05

soso.. wenn du es schon als Ausweichgeplapper abstempelst, begründe bitte, wie du darauf kommst.

Wenn ich etwas Negatives schreibe, und Du bloß mit regem Impetus das Postive an der von mir kritisierten Sache aufzählst, so brauche ich nicht zu begründen, dass es "Ausweichgeplapper" ist. Das ist schlicht und ergreifend ... offensichtlich.

e: typo

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »MethusaIix« (4. Mai 2008, 00:27)